Integration: Frühstück soll migrantische Firmengründer vernetzen

Mit einer neuen Veranstaltungsreihe sollen Unternehmensgründer mit Migrationshintergrund gezielt bei der Lösung von Problemen unterstützt werden. Gleichzeitig soll das "Cafe Immico" zu einem Treffpunkt werden, wo Jungunternehmer Ansprechpersonen aus der Szene kennenlernen und mehr über das Gründer-"Ökosystem" erfahren. Der Auftakt erfolgt am kommenden Donnerstag (28. Jänner) in Wien.

Die Probleme und Fragen, mit denen sich Start-up-Initiatoren herumschlagen müssen, seien insgesamt sehr ähnlich - egal, ob ein Gründer Migrationshintergrund hat oder nicht. Das erklärte Ahmad Majid, einer der "Cafe Immico"-Initiatoren und Prokurist des Business-Angel-Start-ups "Immipreneurs of Austria" (IoA), bei einem Hintergrundgespräch. Einen Unterschied gebe es allerdings: "Viele migrantische Unternehmen kennen das Ökosystem zu wenig", sagte Majid. Das sollte sich ändern, auch weil Migranten in Wien mittlerweile für etwa ein Drittel aller Firmengründungen verantwortlich zeichnen.

Was Leute mit Migrationshintergrund in einem Innovationssystem bewirken können, zeige das Silicon Valley in Kalifornien, erklärte der Geschäftsführer des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFT), Ludovit Garzik. Dort liege die Quote der Firmengründungen mit Beteiligung von Migranten sogar bei 80 Prozent. "Talent", "Technologie" und "Toleranz" seien bekanntermaßen sehr wichtige Ressourcen für Start-ups und dort überall spürbar. In Österreich sehe er vor allem punkto Toleranz noch "Raum für Verbesserungen", sagte Garzik.

Mit den sogenannten "Bootstrapper-Breakfasts" (auf Deutsch in etwa: "Selbsthilfe-Frühstücke") will die IoA in Zusammenarbeit mit u. a. dem Austria Wirtschaftsservice (aws) und dem RFT nun einen Gründer-Treffpunkt mit Fokus auf migrantische Jungunternehmer etablieren. Willkommen seien alle Start-ups, besonders freue man sich über Interessenten aus dem Technologie-Bereich, so der Tenor. Mittlerweile gebe es zwar schon viele Unterstützungsangebote und -programme - oft sei es aber noch hilfreicher, wenn Gründer die Gesichter der zuständigen Ansprechpartner und vor allem einander kennenlernen, sagte Hannes Schwetz, Hightech-Start-up-Experte des aws.

Bei der ersten Veranstaltung kommende Woche werden sich drei Unternehmen präsentieren: Hinter der Firma Overseas stehen Absolventen der Fachhochschule (FH) Kufstein mit pakistanischem und chinesischem Migrationshintergrund. Sie wollen mit Sommercamps den Studentenaustausch zwischen Österreich und China vorantreiben. Um gesundes Fast Food geht es bei dem Start-up Charly Fresh, dessen Gründer österreichischen und ägyptischen Hintergrund haben.

Das dritte Unternehmen kommt aus dem Technologie-Bereich: Die Firma Waschbote bietet ein Wäsche-Reinigungsservice an. Hinter der Dienstleistung steht allerdings mit einer von den Firmen-Gründern - zwei polnischstämmigen TU Wien-Absolventen - entwickelten Logistik-Software noch ein weiteres Geschäftsmodell: Bewährt sich das Programm nämlich in der Praxis, könnte auch die Software selbst zum Produkt werden.

Jedes dieser Unternehmen wird sich im "Cafe Immico" vor einer Berater-Gruppe präsentieren, und zwar mit Hauptaugenmerk auf konkrete Probleme, mit denen die Firma gerade beschäftigt ist. Dann folgen eine Diskussion und eine Vereinbarung über konkrete Maßnahmen, mit denen die Schwachpunkte angegangen werden. In einem Zeitraum von zwei Monaten nach dem Frühstück hilft je ein Berater des Wirtschaftsförderungsinstituts (WIFI) den Firmen bei der Umsetzung der Strategie.

Die Veranstaltung sei als Auftakt für ein gezieltes Coaching gedacht, erklärte Majid, der für heuer fünf weitere Events geplant hat. Künftig könnten in dem Rahmen auch Mikrokredite vergeben werden oder das Format in die Bundesländer expandieren.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte