Insolvenz-Verfahren bei Schirnhofer Holding aufgehoben

Das Insolvenzverfahren der Schirnhofer Familienunternehmen Holding ist aufgehoben worden: Die Gläubiger haben einen Vergleich mit dem Mutterunternehmen des Fleisch- und Wurstwarenfabrikanten Schirnhofer GmbH erzielt. Einige kleinere Gläubiger wurden "wegbezahlt". Der Überschuss ging an die insolvente Tochter, deren Sanierungsplan nun anlaufen kann, hieß es am Donnerstag seitens der Kreditschützer.

Die Holding mit Geschäftsführer Karl Schirnhofer war im Dezember des Vorjahres zehn Tage nach der Insolvenz der Schirnhofer GmbH - bei der die Holding zu 75 Prozent beteiligt ist - in die Pleite geschlittert. Einer der prominentesten Großgläubiger der Holding war die Wien Holding. Es ging um mehrere Mio. Euro und Verkaufserlöse auf Treuhandkonten. In den vergangenen Tagen hat sich der Masseverwalter der Schirnhofer Holding aber mit den Gläubigern geeinigt. Die Aufhebung des Verfahrens ist bereits durch. Die Details des Vergleichs sind aber nicht bekannt.

Klar ist, dass der Überschuss der Holding nun in die Masse der Schirnhofer GmbH fließt. Die Einstellung des Verfahrens nach Paragraf 123b der Insolvenzverordnung kommt laut den Kreditschützern eher selten vor, ist aber wesentlich schneller als ein Sanierungsverfahren. Voraussetzung ist das Einverständnis aller Gläubiger. Im Fall der Schirnhofer Familienunternehmen Holding gab es nur wenige, die Forderungen stellten, weshalb eine Einigung möglich war. Jenen Kleingläubigern, die nicht einverstanden waren, wurden die Forderungen ausbezahlt. Die Holding gilt nun als saniert und soll offenbar weiter bestehen.

Der im Zuge der Zielpunkt-Pleite in die Insolvenz gerissene oststeirische Fleisch- und Wurstproduzent aus Kaindorf bei Hartberg scheint gerettet: Mit der raschen Einigung bei der Holding kann auch der im Februar angenommen Sanierungsplan bei der Tochter voll anlaufen: Der Sanierungsplan wurde am Dienstag gerichtlich bestätigt, die erste Teilquote von 10 Prozent ist ausfinanziert.

Gießhübl/Wiener Neustadt (APA) - Die Food4you gmbh aus Gießhübl/NÖ, Betreiber der Restaurantkette Schnitzelhaus, hat nach Angaben der Gläubigerschutzverbände Creditreform und AKV vom Montag am Landesgericht Wiener Neustadt den Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt. Von der Insolvenz sind bis zu 150 Gläubiger und 44 Arbeitnehmer betroffen. Die Passiva betragen etwa 3,5 Mio. Euro.
 

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Schnitzelhaus-Betreiber hat Konkursverfahren beantragt

Wien (APA/sda) - Die MTH-Gruppe des Industriellen und früheren ÖVP-Obmanns Josef Taus ist auf Expansionskurs und steigt nun auch in den Schweizer Markt ein: Die MTH Retail Group hat heute, Montag, die Schweizer Office-World-Gruppe (OWiba AG) von Migros gekauft, teilte das Unternehmen mit. MTH Retail übernimmt demnach 100 Prozent der Anteile, sämtliche Mitarbeitender sowie die Verkaufsstellen von Office World.
 

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Taus-Gruppe MTH expandiert in die Schweiz

Wien (APA) - Österreichs Wirtschaft ist nach einem starken ersten Halbjahr auch im September gewachsen. Der Konjunkturindikator der Bank Austria stieg auf 3,8 Punkte, den höchsten Wert seit zehn Jahren. Im August waren es noch 3,4 Punkte. In den kommenden Monaten soll es weiter bergaufgehen. Der Wirtschaftsboom macht sich auch am Arbeitsmarkt bemerkbar.
 

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Wirtschaft boomt - Bank-Austria-Indikator steigt auf Zehn-Jahreshoch