Insolventer Garnhersteller Borckenstein erhält Kredit von Hausbank

Der insolvente oststeirische Garnhersteller Borckenstein mit 300 Mitarbeitern hat von seiner Hausbank UniCredit nach eigenen Angaben einen Fortführungskredit in der Höhe von 1,8 Mio. Euro erhalten. "Die Produktion von Borckenstein in Neudau läuft dank der Kooperation mit der Masseverwaltung planmäßig", so Geschäftsführer Andrea Parodi am Freitag in einer Aussendung.

Mit dem Kredit sei "eine erste Hürde zur Sanierung des Unternehmens genommen" worden und der Sanierungsplan erscheine nun umsetzbar. Borckenstein hatte am 10. Februar beim Landesgericht Graz einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung mit einer Quote von 20 Prozent eingebracht. Die Passiva betragen 30,2 Mio. Euro, die Aktiva 22,8 Mio. Euro. Die Überschuldung des Garnherstellers beträgt damit 7,4 Mio. Euro. Am Montag, 14. März, findet die Berichtstagsatzung am Landesgericht Graz statt.

Die Garnhersteller-Geschäftsführung bezeichnete das Gesprächsklima mit dem Betriebsrat als konstruktiv, "obwohl ein Personalabbau unvermeidbar sein wird". "Die Stimmung unter der Belegschaft ist trotz der unerfreulichen Situation gut, alle glauben daran und tragen ihren Teil dazu bei, dass am Standort Neudau auch in Zukunft produziert wird", so der Borckenstein-Geschäftsführer.

Der Borckenstein-Stammsitz in Neudau besteht bereits seit dem Jahr 1845. Aufgrund der schwierigen Lage am Textilmarkt wurde die italienische Fil Man Made Group als Borckenstein-Miteigentümer an Bord geholt. Seit Juni 2015 ist der oststeirische Garnhersteller eine 100-prozentige Tochter der italienischen Muttergesellschaft.

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