EU stellt sich auf längere Brexit-Übergangsphase ein

Brüssel (APA/Reuters) - Großbritannien wird EU-Vertretern und Diplomaten zufolge nach dem Brexit eine längere Übergangsphase benötigen als offiziell geplant. "Niemand glaubt, dass die Übergangsphase bis Ende 2020 ausreicht", sagte ein hochrangiger EU-Vertreter am Donnerstag.

Man wolle London in den laufenden Verhandlungen aber nicht sofort eine Verlängerung anbieten, sondern sich das Zugeständnis für später als Trumpf aufbewahren. Grund für die neue Einschätzung sind nach Aussagen von mit der Situation vertrauten Personen und Diplomaten eine Reihe ungelöster Probleme in den Gesprächen wie etwa der künftige Status der irischen Grenze. Da die Regierung von Theresa May gleichzeitig öffentlich darüber streite, was für eine Art von Handelsbeziehung zur EU sie nach 2020 wolle, seien viele in Brüssel von einer Verlängerung überzeugt.

Die Gespräche der Unterhändler beider Seiten laufen seit Dienstag in Brüssel. Für Freitag ist eine Pressekonferenz dazu mit EU-Vertreter Michel Barnier geplant. In den Gesprächen geht es um die Übergangsphase nach dem EU-Austritt im März 2019 für das Königreich. In der Zeit dürfte Großbritannien noch Teil der Zollunion und des EU-Binnenmarktes bleiben, in dem 500 Millionen Menschen leben.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker