Infineon-Herlitschka: Österreich braucht qualifizierte Zuwanderung

Wien/Villach - Eine Lanze für die Zuwanderung von gut ausgebildeten Menschen hat Infineon-Österreich-Chefin Sabine Herlitschka gebrochen. "Österreich braucht qualifizierte Zuwanderung", besonders im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich gebe es hierzulande nicht genug ausgebildete Arbeitskräfte. Nur 17 Prozent der hier studierenden Ausländer blieben derzeit nach dem Studium im Lande, kritisierte sie.

"Erleichtern wir es den Menschen doch", fordert die Österreich-Chefin des Halbleiterkonzerns. Das könne zum Beispiel mit Änderungen bei den Bestimmungen der "Rot-weiß-Rot-Card" geschehen. Diese sollte auch auf Bachelor-Absolventen ausgedehnt werden. Auch eine "echte Willkommenskultur" wäre wichtig: "Wir wollen die besten Talente und sehen das als Bereicherung". Abschlüsse sollten schneller anerkannt werden. Auch unter Flüchtlingen gebe es hoch qualifizierte Personen. Als Beispiel, wie man Neuankömmlinge schnell in den Arbeitsmarkt integrieren und vorhandene Qualifikationen besser nutzen und ausbauen könnte, nannte die Managerin Israel.

Naturwissenschaften und Technik böten die attraktivsten Arbeitsmöglichkeiten, ist die Vorstandschefin überzeugt. Deswegen müsse auch das Potenzial in Österreich genutzt werden, etwa indem mehr Mädchen und Frauen für diese Gebiete begeistert werden. Bei Infineon haben mittlerweile 50 Prozent des Personals einen akademischen Abschluss, von der Fachhochschule bis zur Universität. Bei den Neuaufnahmen steigt dieser Anteil auf rund 70 Prozent.

Insgesamt arbeiten bei Infineon Österreich 3.300 Menschen, davon sind rund 1.200 in Forschung und Entwicklung tätig. Am Österreich-Sitz in Villach gibt es auch Produktion. Die drei Schwerpunktthemen für das Unternehmen - Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit - sollen in immer leistungsfähigeren Chips umgesetzt werden. Das Konzept der Industrie 4.0, der zunehmenden Vernetzung auch in der Produktion, werde bereits umgesetzt. Ein Pilotraum dazu werde im Herbst eröffnet.

Die Geschäfte des börsennotierten Halbleiterkonzerns mit Hauptsitz in München laufen offenbar gut, auch wenn sich die Österreich-Chefin keine neuen Zahlen entlocken lässt. Laut Umsatzprognose wird für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 mit einem Plus von 12 Prozent, plus/minus zwei Prozentpunkte, gerechnet. Morgen, Dienstag, werden aktuelle Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018