Industrie boomt weiter - Ruf nach KÖSt-Senkung

Wien (APA) - Die österreichische Industrie ist in der Hochkonjunktur. Das zeigt der Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung für das erste Quartal. "In ihrer ganzen sektoralen Breite trägt sie derzeit mehr als 70 Prozent der wirtschaftlichen Expansion im Inland", sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer am Dienstag. Er forderte eine Senkung der KÖSt.

Die Dynamik wird sich nun zwar nicht erhöhen, aber noch breiter ins industrielle Branchenspektrum einziehen wird, so Neumayer gemeinsam mit IV-Chefökonom Christian Helmenstein. "Im Ergebnis erwarten wir einen zumindest bis in den Herbst hinein anhaltenden Konjunktursommer, zumal von der flankierenden europäischen Geldpolitik weiterhin expansive Impulse ausgehen", sagte Neumayer.

Jetzt gehe es darum, Österreich langfristig auf dem Wachstumspfad zu halten - weil sich die Wachstumskurve "in absehbarer Zeit flacher werden und sich wieder dem Potenzialwachstum annähern" werde, so der IV-Generalsekretär. "Daher ist jetzt die Zeit, durch entsprechende strukturelle Maßnahmen für dieses Potenzial zu sorgen."

Dafür seien einige Punkte maßgeblich. "Zum einen kämpfen Österreichs Unternehmen mit einem eklatanten Fachkräftemangel. Allein heuer werden 60.000 Fachkräfte in der Industrie gesucht, 10.500 davon können nicht besetzt werden. Das wirkt als Wachstumsbremse", warnte der IV-Vertreter. Von der Bundesregierung fordert die IV daher die Umsetzung der Fachkräftestrategie, "die vor allem auch auf die gezielte Anwerbung ausländischer qualifizierter Facharbeitskräfte abstellt".

Auslandsvertretungen sollen als Vermittler dienen und die Vorteile Österreichs als Arbeitgeber propagieren, so Neumayer. Auch eine einheitliche Online-Informationspräsenz der Bundesregierung zu diesem Thema wäre hilfreich: "Wer als Fachkraft in Österreich arbeiten möchte, der sollte die Möglichkeit haben, sich online vorab entsprechend über das Angebot zu informieren. Das bisherige Angebot ist ausbaubar, insbesondere könnten Informationen über angebotene Jobs ergänzt werden."

Auch eine gewünschte und von der Regierung angedeutete KÖSt-Senkung thematisierte Neumayer: "Als Industrie plädieren wir für das Modell einer Halbierung der KÖSt auch nicht-entnommene Gewinne" von 25 auf 12,5 Prozent. Denn wir sind überzeugt, dass hier die weit höher investitions- und beschäftigungsfördernde Wirkung gegeben wäre, wie das ja auch durch entsprechende Studien belegt wird." Weitere Dauerthemen der IV sind Erleichterungen für Unternehmen für Investitionen, etwa durch eine Entbürokratisierung und und einer Beschleunigung von Verfahren.

Und: "Neben der angedachten Staatszielbestimmung Wirtschaftsstandort sehen wir daher ein konkretes Standortentwicklungsgesetz als wesentlich an - gerade etwa im Hinblick auf die Beschleunigung von Anlagengenehmigungen", so Neumayer, der dabei insbesondere auf die Wichtigkeit von Infrastrukturinvestitionen verwies.

Eine Abschaffung der AUVA sei hingegen bei Hinweisen auf eine Notwendigkeit der strukturellen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nicht Thema: "Eine Abschaffung der AUVA, wie das von manchen immer wieder kolportiert bzw. befürchtet wird, ist dabei jedoch nicht gemeint und wäre aus unserer Sicht auch weder notwendig noch zielführend. Ausdrücklich zu begrüßen ist hingegen eine allgemeine und möglichst breit aufgestellte Sozialversicherungsreform im Sinne der Bürgerinnen und Bürger. Die heutigen Ankündigungen der Bundesregierung gehen hier absolut in die richtige Richtung."

London (APA/dpa) - Arbeitnehmer aus EU-Staaten müssen womöglich in Zukunft hohe Hürden bei einer Einwanderung nach Großbritannien überwinden. Sie sollten nach dem Brexit denselben Einwanderungsregeln unterliegen wie Migranten von außerhalb der Europäischen Union, empfahl eine von der britischen Regierung in Auftrag gegebene Studie. Experten stellten die Ergebnisse am Dienstag in London vor.
 

Newsticker

Experten raten London zu harter Linie gegen EU-Migranten nach Brexit

Ratingen/Hongkong (APA/dpa) - Der Modekonzern Esprit will wegen tiefroter Zahlen seine Kosten deutlich senken. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2017/18, das am 30. Juni endete, hatte das Unternehmen mit Firmensitz im deutschen Ratingen und Börsennotierung in Hongkong einen Nettoverlust von rund 2,5 Milliarden Hongkong Dollar (rund 270 Mio Euro) angehäuft, wie das Unternehmen am Dienstag in Hongkong mitteilte.
 

Newsticker

Rote Zahlen - Modekonzern Esprit will Kosten senken

Los Gatos/Berlin (APA/dpa-AFX) - Der Chef des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, zieht in den Verwaltungsrat des Videostreamingdienstes Netflix ein. Die US-Firma erhoffe sich davon "wertvolle Perspektiven und wichtige Einblicke für den Ausbau und die kontinuierliche Verbesserung unseres weltweiten Angebots", erklärte Gründer und Chef Reed Hastings am Dienstag.
 

Newsticker

Springer-Chef kommt in Netflix-Verwaltungsrat