In historischer Mission: USA und Kuba starten Verhandlungen

Havanna/Washington - Die historische Wende in den Beziehungen zwischen Kuba und den USA nimmt ab Mittwoch Gestalt an: Dann starten in Havanna die ranghöchsten Gespräche seit Jahrzehnten, mit dem Ziel, die Feindschaft aus der Zeit des Kalten Krieges nach mehr als einen halben Jahrhundert zu überwinden. Auf der Agenda stehen Einwanderungsfragen sowie ein Fahrplan zur Wiedereinrichtung von Botschaften in beiden Ländern.

US-Präsident Barack Obama hatte die spektakuläre Kurskorrektur vor fünf Wochen verkündet. Sein kubanischer Kollege Raul Castro bestätigte zeitgleich, dass die diplomatischen Beziehungen normalisiert werden sollen. Obama schickt nun die für die westliche Hälfte der Erde zuständige Abteilungsleiterin im Außenministerium, Roberta Jacobson, zu den zweitägigen Gesprächen nach Havanna. Auch die kommunistisch regierte Karibikinsel wird durch eine Frau vertreten, die für die USA zuständige Außenamtsdirektorin Josefina Vidal.

"Es sind keine plötzlichen Wunder zu erwarten, aber Jacobsons Besuch ist ohne Zweifel historisch und wird einen Wandel einleiten", schätzt Lateinamerika-Fachmann Peter Schechter vom US-Institut Atlantic Council. In der kubanischen Bevölkerung regt sich die Hoffnung, der Alltag könne sich durch ein Aufblühen des Handels verbessern. Das US-Wirtschaftsembargo gegen den Inselstaat bleibt aber zumindest vorerst in Kraft, weil im US-Kongress kein grünes Licht für eine von Obama befürwortete Aufhebung abzusehen ist. Dabei steht die US-Bevölkerung in der Frage zu zwei Dritteln hinter ihrem Präsidenten.

Am ersten Verhandlungstag wird es um Einwanderungsfragen gehen. Seit Jahrzehnten machen sich immer wieder Kubaner in wackeligen Booten auf die Reise durch das von Haien wimmelnde Meer zum 145 Kilometer entfernten Florida. Erste Reise- und Handelsbeschränkungen hob die US-Regierung schon am Freitag auf. Im Gegenzug ließ die kubanische Regierung 53 politische Häftlinge frei.

Ein wichtiges Ziel der Kubaner in den nun anstehenden Verhandlungen ist es, von einer US-Liste mit Staaten gestrichen zu werden, die den Terrorismus unterstützen. "Das ist kein Kleinkram. Durch den Verbleib auf der Liste ist das Land vom Zugang zu internationalen Finanzinstituten abgeschnitten", sagt Experte Schechter. Zu den weiteren dringenden Fragen gehören die Sorge Washingtons um die Bürgerfreiheiten der Kubaner, der Status des US-Marinestützpunkts in der Guantanamo Bay im Osten Kubas sowie eine Entschädigung für Enteignungen nach der Revolution 1959.

Vor ihrem Rückflug nach Washington am Freitag will sich US-Delegationsleiterin Jacobson noch mit Dissidenten treffen. Einige von ihnen sind besorgt über den Richtungswechsel der US-Regierung. Bisher waren die USA ihre wichtigsten Verbündeten - und Geldgeber.

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