In Krise schonen Gläubiger Pleitekandidaten: Weniger Firmen insolvent

Trotz Rekordarbeitslosigkeit und gedämpfter Konjunkturaussichten hat es im 1. Quartal 2015 weniger Firmenpleiten gegeben. 1.286 Unternehmen meldeten Insolvenz an, um 12,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. "In Zeiten einer Wirtschaftskrise sind zahlreiche Gläubiger, insbesondere öffentliche Institutionen, mit der Insolvenzantragsstellung gegenüber Schuldnern zurückhaltender", so der AKV.

Auch Banken neigten nach Fälligstellung zu außergerichtlichen Forderungsnachlässen und Sanierungen, wie beispielsweise der Fall des Büromöbelherstellers Bene zeige, erklärte der Alpenländische Kreditorenverband. Umschuldungen seien aufgrund restriktiver Kreditvergaben kaum mehr durchführbar. Die Firmen selbst agierten ebenfalls abwartend bei der Insolvenzanmeldung. Wegen der schlechten Auftragslage fürchteten sie nämlich die Schließung ihres Betriebs. Die Insolvenzstatistik müsse also nicht unbedingt die Wirtschaftslage widerspiegeln.

In den ersten drei Monaten 2015 gingen sowohl die Schulden der insolventen Unternehmen als auch die Anzahl der gefährdeten Jobs zurück. Die Gesamtpassiva beliefen sich auf 357,7 Mio. Euro nach 428,2 Mio. Euro im ersten Quartal 2014. Heuer mussten 2.912 Arbeitnehmer um ihren Job zittern, im Vorjahreszeitraum waren es 3.549 Personen gewesen.

Großinsolvenzen gab es heuer keine. Der oberösterreichische Anlagenbauer GIA Austria war mit 109 Dienstnehmern und Verbindlichkeiten von mehr als 11 Mio. Euro die größte Insolvenz, gefolgt von der burgenländischen Huber Warenhandel und Transportgesellschaft mit 93 Dienstnehmern. Schuldentechnisch knackten auch die VEP Fördertechnik aus Natschbach (Niederösterreich) und das Gloriette Bekleidungswerk aus Stegersbach (Burgenland) die 10-Millionen-Marke.

Am häufigsten rutschten heuer wieder Baufirmen in die Insolvenz (256 nach 251), gefolgt von Handelsunternehmen (224 nach 254) und Gastronomiebetrieben (183 nach 232).

Viel öfter als Firmen deklarierten sich Privatpersonen als pleite. Im ersten Quartal 2015 stieg die Zahl der Privatinsolvenzen um 1,65 Prozent auf 2.468, wobei es in den einzelnen Bundesländern große Unterschiede gab. In Kärnten und Salzburg wurden jeweils zweistellige Steigerungsraten verzeichnet (+23 bzw. +13 Prozent), in der Steiermark, in Oberösterreich und in Niederösterreich gab es dagegen starke Rückgänge (-17, -7 Prozent bzw. -6 Prozent). Vier von zehn Schuldenregulierungsverfahren (1.002 Fälle, +5 Prozent) entfielen auf Wien. Etwas weniger Privatpleiten gab es in Vorarlberg und Tirol (-3 bzw. -2 Prozent), im Burgenland etwas mehr (+2 Prozent).

Im Schnitt häuften die insolventen Privatpersonen Schulden von 97.800 Euro an, im Vorjahreszeitraum waren es "nur" 91.100 Euro gewesen. Die Gesamtpassiva betrugen 213,9 Mio. nach 195,7 Mio. Euro.

Istanbul (APA/Reuters) - Die türkische Wirtschaft ist im dritten Quartal so kräftig wie seit sechs Jahren nicht mehr gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag zwischen Juli und September um 11,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt am Montag mitteilte. Ökonomen waren von 10 Prozent ausgegangen. Damit hat sich das Wachstum im Vergleich zur ersten Jahreshälfte mehr als verdoppelt.
 

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Türkische Wirtschaft verdoppelte Wachstum im dritten Quartal

Buenos Aires (APA/dpa) - Auf den ersten Blick steht das Spitzentreffen der WTO in Buenos Aires unter guten Vorzeichen: Der Welthandel floriert, die Handelsschranken sinken. Doch es gibt einen Spielverderber: Die Trump-Regierung, die das WTO-System anzweifelt und mit eigenen Strafzöllen untergräbt.
 

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Freihandelsrisiko USA: Geht die Globalisierung trotz Trump weiter?

München (APA/dpa) - Der Autobauer BMW hat im November bei den Verkäufen deutlich zugelegt. Gegenüber dem Vorjahr setzte das Unternehmen weltweit mit 220.649 Fahrzeugen 5,2 Prozent mehr ab. Das teilte der Dax-Konzern am Montag in München mit. Nach elf Monaten steht nun ein Plus von 3,6 Prozent auf 2,23 Millionen Autos zu Buche.
 

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BMW steigerte Verkaufstempo im November