Imperial-Insolvenz: Anleger müssen noch länger auf Geld warten

Linz (APA) - Die tausenden Anleger der insolventen Linzer Finanzgruppe Imperial bzw. der damit verbundenen Cordial-Hotelgruppe müssen noch mindestens zwei Jahre auf ihr Geld warten, bestätigten Insolvenzverwalter Gerhard Rothner und Masseverwalter Rudolf Mitterlehner der APA einen Bericht der "OÖ Nachrichten" (Dienstagausgabe) vor den Sanierungsplantagsatzungen am Donnerstag und Freitag.

Die Erfüllung des Sanierungsplans geschieht bei Imperial nicht - wie sonst oft - durch Erträge aus dem weitergeführten Unternehmen, sondern durch die Liquidation des gesamten Vermögens, das sind vor allem Liegenschaften in Ungarn, Österreich und Deutschland. 57,8 Mio. Euro Forderungen sind angemeldet, 36,3 davon anerkannt. 21,5 Mio. Euro seien Zinsen vor 2014, um die die Anleger umfallen, hieß es in dem Artikel.

Die Immobilien der Imperial Kapitalbeteiligungsgesellschaft gehören im Wesentlichen ungarischen Firmen, an denen Imperial beteiligt ist. Um diese Liegenschaften möglichst gewinnbringend zu veräußern, solle die gesetzliche Frist zur Erfüllung des Sanierungsplanes von zwei Jahren "zurecht ausgenützt werden", meinte Rothner. Würde der Insolvenzverwalter die Abwicklung übernehmen, könnte er wohl eine Quote von lediglich etwa 14 Prozent für die Gläubiger erreichen, erklärte der Jurist.

Im Sanierungsplan stünden immer noch die gesetzlich vorgeschriebenen 20 Prozent. Diese seien auch zu machen, allerdings nur, wenn die Schuldnerin selber den Verkauf der Immobilien übernimmt. Sie tue sich damit leichter, einerseits, weil sie Infrastruktur und Erfahrung in Ungarn besitzt, andererseits könne durch gesellschaftsrechtliche Maßnahmen die Kapitalertragssteuer von 27,5 Prozent wegfallen. "Dann könnte für die Gläubiger mehr ausgeschüttet werden, als wenn der Insolvenzverwalter die Verwertung vornimmt", sagte Mitterlehner.

Ein wenig anders ist die Situation bei Cordial, hier gehe es um österreichische Hotels und eines in der Toskana, die fortgeführt und verkauft werden müssen, erklärte der Masseverwalter. Allerdings könne auch hier die Schuldnerseite bei der Verwertung einen besseren Erfolg erzielen als der Insolvenzverwalter, wenn das auch mehrere Jahre dauern könne. Darüber verhandle man noch mit den Gläubigern, die dem Sanierungsplan zustimmen müssen. Bisher hätten sich über 5.000 angemeldet.

Die Insolvenzanträge für sechs Firmen der Imperial-Gruppe waren Ende Oktober 2017 gestellt worden. Hintergrund der Zahlungsunfähigkeit ist ein Urteil des OGH, der das Geschäftsmodell der Finanzgruppe gekippt hat. Imperial darf das Kapital ihrer - 15.000 - atypisch stillen Gesellschafter nun nicht mehr als Eigenkapital betrachten, sondern muss ihnen ihre Guthaben ausbezahlen. Damit wurden 58 Mio. Eigenmittel plötzlich zu Verbindlichkeiten, was die Insolvenz zur Folge hatte.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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