Immobilienboom war für UBM 2015 Gewinnturbo

Das Zinstief treibt das Geld vieler Anleger vom Sparbuch in Immobilien. Von dem Nachfrageboom hat 2015 auch der börsennotierte Immobilienentwickler UBM profitiert: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdoppelte sich im Jahresabstand von 36,6 auf 73,6 Mio. Euro, unter dem Strich blieben 37,3 Mio. Euro - ein Plus von rund 70 Prozent, wie das Unternehmen am Montag bekanntgab.

Auch die Synergien aus der Verschmelzung mit der Porr-Immobiliensparte PIAG, die vor einem Jahr erfolgte, machen sich den Angaben zufolge rasch bemerkbar. Die Dividende soll nun von 1,25 auf 1,6 Euro angehoben werden. Die Dividendenrendite bezifferte UBM-Chef Karl Bier bei der Bilanzpressekonferenz in Wien mit 4,3 Prozent.

"Die Bestandsimmobilien haben wir bei diesen Bedingungen zu wirklich guten Preisen abverkaufen können", berichtete der Vorstandschef. Die 13 Verkäufe hätten "auch zu diesem Ergebnis beigetragen". "Die Fonds kaufen immer früher ein - wir können schon für 2017 und 2018 Verkäufe mit bereits fixierten Preisen einpreisen - für 2018 habe ich das zum Beispiel schon für 50 Prozent der Werte gemacht", so der UBM-Chef. Im abgelaufenen Jahr hätten sich Immobilien binnen weniger Wochen immer wieder verteuert.

Viele Projekte seien vorzeitig verkauft worden - "oft schon vor der Baugenehmigung, weil höhere Preise befürchtet werden". Und die Preise werden sich nach Einschätzung von Bier noch weiter nach oben bewegen. Sämtliche Asset-Klassen seien gefragt - Wohnungen und Büros ebenso wie Hotels.

"In den vergangenen zwölf Monaten haben wir vier Hotels nur mit der Baugenehmigungen bzw. kurz nach Baubeginn bereits verkauft und für Häuser, wo wir die Baugenehmigung noch nicht haben, stehen die Interessenten schon Schlange", beschrieb Bier die massive Nachfrage.

Beim Ausblick für 2016 bleibt der UBM-Chef aber dennoch vorsichtig: "Wir sind recht zuversichtlich, dass wir diesen Schub, den wir 2015 erhalten haben, auch für 2016 mitnehmen werden - wir werden auch 2016 und 2017 'sehr gute Entwicklungen' sehen", sagte er vor Journalisten. "Wir haben das Ergebnis jetzt verdoppelt, das ist ein Zustand, der nicht so weitergehen wird - es wird weiterhin sehr moderate Wachstumsraten geben", so Bier. Die UBM wolle "solide auf hohem Niveau weiterwachsen".

"Dass alle Asset-Klassen massiv nachgefragt sind, das ist neu - das ist unnatürlich, da ist man auch vorsichtig im Ausblick", räumte Bier ein.

2015 verbesserte sich der Gewinn je Aktie (EPS) gegenüber dem Jahr davor von 3,59 auf 4,9 Euro - die Dividende soll nun von 1,25 auf 1,60 Euro je Aktie angehoben werden. Die Gesamtleistung des Unternehmens stieg im Berichtszeitraum von 342,7 auf 593,3 Mio. Euro, der Umsatz von 223,6 auf 307,8 Mio. Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten kletterten von 438,7 auf 609,7 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote erhöhte sich aber von 23,9 auf 28 Prozent.

Im April 2015 führte die UBM eine Kapitalerhöhung im Volumen von 25 Mio. Euro durch. Per Jahresende habe sich der Streubesitz von 4 auf 50,6 Prozent ausgeweitet. 38,8 Prozent der Anteile befinden sich in Händen des Syndikats Ortner & Strauss (Porr-Chef Karl-Heinz Strauss, Anm.), die restlichen 10,6 Prozent halten Vorstand und Aufsichtsrat. Im Dezember platzierte das Unternehmen eine Anleihe mit knapp 75 Mio. Euro.

Los Gatos (APA/Reuters) - Das Filmportal Netflix hat mit seinen Abonnentenzahlen die Märkte enttäuscht und seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Der mit Produktionen wie "House of Cards" oder "Orange is the new black" bekannte Streamingdienst gewann nach eigenen Angaben vom Montag im zweiten Quartal auf dem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer hinzu, international waren es 4,47 Millionen.
 

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Filmportal Netflix enttäuscht - Aktie auf Talfahrt

Wien (APA) - Bei der Telekom Austria ist das Nettoergebnis im 2. Quartal wie erwartet durch eine Markenwert-Abschreibung von 112,5 Mio. auf 58,0 Mio. Euro gedrückt worden. Ohne diesen Effekt im Ausmaß von 72,4 Mio. Euro wäre das Nettoergebnis um 15,9 Prozent gestiegen.
 

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Telekom Austria: Abschreibung drückte Ergebnis im 2. Quartal

Washington (APA/Reuters) - US-Notenbankchef Jerome Powell sieht die US-Wirtschaft trotz der Gefahr eines ausufernden Handelsstreits weiter im Aufwind. Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte Powell am Dienstag in seiner halbjährigen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats.
 

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Fed-Chef sieht US-Konjunktur trotz Handelsstreit optimistisch