Immobilien-Crowdinvesting in Österreich mit starkem Aufwind

Wien (APA) - Crowdfunding ist modern. Manche Projekte gleichen dabei mehr einer Spendensammlung, Gewinn wird nicht in Aussicht gestellt. Das "Crowdinvesting" hingegen bietet Anlegern die Möglichkeit, in Projekte zu investieren. Der versprochene Profit ist hoch, genau wie das Risiko. Im 1. Halbjahr wurden rund 17 Mio. Euro in 74 Projekte investiert, so eine aktuelle Statistik von CrowdCircus.com.

Von Immobilien bis zum E-Bike-Verleih lassen sich die unterschiedlichsten Projekte unterstützen. Anleger locken vor allem die hohen Zinsen. Im Durchschnitt versprachen die Projekte Zinsen von 5,86 Prozent pro Jahr, berichtete die Crowdfunding/Investing-Vergleichsplattform CrowdCircus Ende Juli 2018, die Kampagnen wurden dabei im Schnitt mit 226.422,45 Euro finanziert.

Das größte Marktsegment bilden Immobilieninvestments. Im Halbjahr machten sie 72,30 Prozent des Crowdinvestments aus - das entspricht 12,11 Mio. Euro. Damit ist der Gesamtwert des Vorjahres schon fast erreicht (13,81 Mio. Euro). Die drei größten Immobilienplattformen teilen sich rund zwei Drittel des Marktes.

Die durchschnittliche Projektdauer für eine Immobilienkampagne liege bei 18 bis 30 Monaten, sagte Andreas Zederbauer, Mitgründer von Dagobert Invest, Dienstag bei einer Pressekonferenz: "Je kürzer die Laufzeit, umso interessanter für Anleger." Längere Laufzeiten würden aufgrund der fehlenden Erfahrung von Investoren eher gemieden. Der Markt habe sich von Frühphasenfinanzierung zu Projektfinanzierung entwickelt. "Wir sind jetzt aus den Kinderschuhen draußen", meinte er.

Beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) weist man auf das Risiko dieser Anlageform hin: "Die Finanzierungen werden als Eigenkapitalersatz durch die Bauträger genutzt. Daher sind sie als Nachrangdarlehen ausgestaltet. Nachrangdarlehen sind hoch spekulativ. Scheitert das Projekt muss man mit einem Totalverlust rechnen." Auch bestehe ein Risiko bei der Veräußerbarkeit und Vermietbarkeit der Immobilie. Gefahr bestehe auch durch nicht vorhergesehene Kosten wie Bauverzögerungen oder durch die Umwelt.

Das erhöhte Risiko ist Zederbauer bewusst, er zieht den Vergleich zu Aktien: "Auch wenn jemand zum Beispiel einmal mit Aktien Geld verloren hat, wird niemand dafür eintreten, dass Aktienkäufe verboten werden sollen." Daher rate er Anlegern, das Investment zu diversifizieren, also auf viele verschiedene Projekte aufzuteilen. Die Anleger seien in durchschnittlich sechs verschiedenen Projekten investiert. Aufgabe der Plattformen sei es das Risiko gering zu halten, die Ausfallquote dürfe zwei bis drei Prozent nicht überschreiten. In Österreich habe es zwar schon Ausfälle bei Unternehmensfinanzierungen gegeben, bei Immobilienprojekten aber noch keine. Aber das "wird auch eintreten", ist Zederbauer realistisch.

Frankfurt (APA/dpa) - Die Deutschen werden trotz mageren Zinsen immer vermögender - zumindest in der Summe. Auf den Rekordwert von 5.977 Milliarden Euro stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte im zweiten Quartal 2018, wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Das waren gut 80 Milliarden Euro mehr als in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres.
 

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Geldvermögen der Deutschen weiter gestiegen

Wien (APA) - Großbritannien wäre von einem Hard Brexit wirtschaftlich stärker negativ betroffen als die verbliebenen EU-27-Staaten. Zu diesem Ergebnis kommen der VWL-Professor Harald Oberhofer von der WU Wien und der VWL-Professor Michael Pfaffermayr von der Uni Innsbruck in einer Studie. Die Exporte Großbritanniens in die EU würden 2019 um 37 Prozent einbrechen, umgekehrt würde das minus 30 Prozent betragen.
 

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Hard Brexit - Austro-Ökonomen sehen mehr Negativfolgen für UK als EU

Wien (APA) - Die NEOS bleiben dabei: Sie werden heute im Verfassungsausschuss die Verankerung des Staatsziels Wirtschaft nicht mittragen, sondern die Vertagung verlangen, betonte Parteichefin Beate Meinl-Reisinger Mittwoch in einer Pressekonferenz. Sie "erwartet" Verhandlungen zur UVP-Novelle über die Streichung der - per Abänderungsantrag angehängten - "NGO-Schikane".
 

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Staatsziel Wirtschaft - NEOS lassen sich "nicht papierln"