Immo-Investment-Preise könnten heuer um ein Fünftel klettern

Am heimischen Immo-Investmentmarkt werden die Preise 2016 weiter klettern, weil die Kaufinteressenten in Geld schwimmen und weiter zu wenig neue Objekte fertig werden. Dies dürfte erst 2018 der Fall sein, dann könnte sogar ein veritables Überangebot an neuen Büros drohen, nehmen die Experten der zur Bank Austria gehörenden BAR bareal Immobilientreuhand an.

2015 ist das entsprechende Transaktionsvolumen in Österreich nach vorläufiger Schätzung dank eines deutlich höheren Interesses ausländischer Investoren kräftig von 2,78 auf 3,52 Mrd. Euro geklettert, wobei sich fünf Sechstel aller gewerblichen Deals auf Wien konzentrierten. Jede zweite Transaktion erfolgte durch einen Ausländer, allein der Anteil nordamerikanischer Gruppen am Gesamtvolumen betrug 22 Prozent. Von den 1,46 Mrd. Euro Büroimmo-Deals entfielen gar 97 Prozent aller Veräußerungen auf Wien. Verstärkt angezogen würden Investoren durch den schwachen Euro und die hohe Sicherheit am heimischen Markt, sagte Geschäftsführer Michael Zöchling am Mittwoch. Doch auch aus Asien wachse das Interesse an Österreich.

Der Preisanstieg der gefragtesten Objekten könnte heuer 20 Prozent ausmachen, schätzt BAR bareal. 2015 und 2014 hatte das Plus am Investment-Immomarkt 12 bzw. 7 Prozent betragen. Im Gegenzug zum Preisanstieg sinken die Spitzenrenditen weiter - auf generell unter (noch vor einem Jahr undenkbar niedrige) 4 Prozent und vereinzelt sogar unter 3 Prozent. Sowohl beim Volumen als auch bei den Preisen habe der Markt 2015 alle Erwartungen übertroffen, so Zöchling vor Journalisten: "Für 2016 gibt es einen noch größeren Investment-Druck auf den Markt, der in ganz Europa ausverkauft ist." Das Transaktionsvolumen dürfte heuer aber sinken, weil es zu wenig geeignete Büro- oder Mischobjekte gebe. Am vorjährigen Gesamtvolumen von 3,5 Mrd. Euro konnte BAR bareal mit 850 Mio. Euro "mitnaschen".

Am Büromarkt werde es 2016 so wenig neue Projekte wie nie zuvor geben, vermutet Zöchling. In Wien, das praktisch "den" Sektor in Österreich repräsentiert, sei - nach 145.000 m2 voriges Jahr - heuer mit nur 80.000 m2 an Fertigstellungen zu rechnen, von denen jedoch maximal ein Zehntel effektiv verfügbar sein werde. "Für neue Flächen wird es zu einer unfassbaren Verknappung und erstmals seit längerem zu einem signifikanten Preisanstieg kommen", glaubt der Experte. 2017 könnten es um die 135.000 m2 an neuen Flächen geben - 2018 aber 400.000 m2 bis womöglich 700.000 m2, je nachdem wie viele Vorhaben noch initiiert werden.

Wegen der vorübergehenden Verknappung bei neuen Büroflächen würden die Leerstände weiter sinken und die Spitzenmieten anziehen. Diese lagen laut BAR bareal in der Wiener Innenstand (bei einem über 1.000 m2 großen Büro im Goldenen Quartier) bei monatlich 27,5 Euro/m2 - heuer dürfte "eindeutig die 30-Euro-Marke durchstoßen werden", glaubt Zöchling. Zum Vergleich: In der Donau City erreichten die Büro-Spitzenmieten 25 Euro, am Hauptbahnhof 20 Euro, am Wienerberg 15 Euro. Wegen fehlender neuer Flächen, vor allem großer zusammenhängender, werde immer mehr mit Vorvermietungen gearbeitet - Mieter sichern sich also frühzeitig neue Büros. Konzentrieren wird sich die Dynamik bei Bürovorhaben in der Bundeshauptstadt fast ausschließlich auf die "Big Four"-Cluster, nämlich Hauptbahnhof, Donau City, Viertel Zwei und Euro Plaza. "Viele Investoren wollen in keinem anderen Bürogebiet etwas kaufen", so Zöchling.

Bei Wohnungskäufen sieht der BAR-bareal-Geschäftsführer den Preis-Höhepunkt bereits als "überschritten" an. Es werde eine Stagnation auf hohem Niveau gegeben, denn in den letzten Jahren sei hier bereits Geld investiert und damit die Preise angehoben worden. Vor allem im hochpreisigen Bereich von über 5.000 Euro pro m2 sehe er eher eine Tendenz zum leichten Rückgang, so Zöchling, der Bereich 3.000 bis 4.000 Euro bleibe dagegen recht stabil. Das größte Preisrisiko von maximal einem Zehntel gebe es in der Spanne von 5.000 bis 7.000 Euro. Auch die Wohnungsmieten sieht der Experte vorderhand nicht mehr stark steigen.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne