Immo-Bieterschlacht - O1 will Immofinanz-Offert nicht nachbessern

In der Bieterschlacht der Immobilienkonzerne meldet sich die russische O1 Group zu Wort, die mit der CA Immo für die Immofinanz bietet. Am 15. April läuft das Angebot von CA Immo und O1 von Boris Mints ab, der 26 Prozent an der CA Immo hält. Die Immofinanz hält 2,80 Euro/Aktie für viel zu wenig. Die Russen wollen nicht höher bieten. Die Immofinanz-Verteidigungslinie wird als aggressiv beurteilt.

In einem Interview mit der "Presse" (Dienstag) sagte O1-Immobilienchef und Milliardärssohn Dmitry Mints, dass O1 nicht nachbessern wolle. Um auf einen Wert von vier Euro zu kommen, den Immofinanz-Chef Eduard Zehetner genannt hatte, werde es drei bis fünf Jahre dauern. "Dafür müsste die Immofinanz stark umgebaut werden und die Krise in Russland enden", so Mints in der Zeitung.

Zur Motivation, in österreichische Immobilienunternehmen zu investieren, meinte Mints, "die CA Immo, an der wir seit 2014 26 Prozent halten, ist ja nur hinsichtlich Jurisdiktion und Börsenlisting österreichisch. Viele ihrer Objekte befinden sich in Zentral- und Osteuropa. Wir haben seit 2012 Möglichkeiten gesucht, dort zu investieren. Und zwar in ein bestehendes Geschäft. Die CA Immo ist uns strategisch sehr verwandt."

Die Einstiegsabsicht bei der Immofinanz begründet er mit langfristigen Vorteilen. "Die O1-Gruppe hat 13 Gebäudekomplexe in Moskau, die im Vorjahr 4,5 Mrd. Dollar wert waren. Die Immofinanz hat 550 Gebäude an vielen Orten, davon einige sehr kleine. Das kann man nicht effizient managen. Mit unserer Erfahrung kann die Immofinanz auch diese Restrukturierung durchführen und den Aktienwert steigern. Viele Immofinanz-Aktionäre fürchten Russland. Wir nicht. Wir können Immofinanz in Russland hilfreich sein."

Dass die Immofinanz in Russland Probleme hat, sieht Mints nicht. "Aber derzeit ist in Russland alles nicht toll. Wir können die Krise überdauern helfen. Unsere Ratschläge würden den Managern der Immofinanz nicht schaden."

Warum es sinnvoller ist, dass O1 mit der CA Immo bei der Immofinanz einsteigt als umgekehrt? "Die Frage ist, was für wen sinnvoll ist. Die Immofinanz hat uns 18,5 Euro je Aktie geboten - so viel, wie wir für unseren Anteil bei der CA Immo zahlten. Zum selben Preis zu verkaufen, ist nicht sehr sinnvoll."

Welchen Preis er für sinnvoll hielte, sagte der russische Immobilienmanager nicht. "Es müsste schon ein sehr guter sein. Aber wir haben bisher nicht daran gedacht. Wir verstehen nicht, wozu die Immofinanz die CA Immo braucht. Sie ist auch so sehr groß. Aber das sagt nichts über die Effizienz aus."

Dem Spruch von Immofinanz-Chef Eduard Zehetner, es sei besser, wenn der Hund mit dem Schwanz wedle, hält Mints in dem Interview einen Bibelspruch entgegen: "In der Bibel steht: Der kleine David besiegte den großen Goliath. Seltsam, dass die Immofinanz kein Geld für Dividenden hat, aber Cash von einer halben Milliarde für den Kauf noch einer Firma ausgeben will, deren Aktienpreis gemessen am Substanzwert (Net Asset Value, Anm.) höher ist als bei der Immofinanz selbst."

Dass die Immofinanz deutlich unter dem Net Asset Value gehandelt wird, sieht Mints darin begründet, dass ein Teil der Investoren Russland fürchte und Russland einen großen Teil ihres Portfolios ausmache. Und weil die Portfoliostruktur "kompliziert und zerfleddert" sei.

Mints würde der Immofinanz derzeit aber nicht raten, in Russland zu verkaufen: "Ein jetziger Verkauf erscheint uns preislich nicht sinnvoll. Die Immofinanz-Gebäude sind keine Problemfälle. Die kleinen, schwer managebaren Aktiva gehören aber abgestoßen."

Das Vorhaben der Immofinanz, am 17. April in einer Aktionärsversammlung die Schwelle für ein Pflichtangebot senken zu wollen, wertet Mints als "eine der Verteidigungsmaßnahmen, was uns nicht sehr angenehm ist. Mal sehen, was beschlossen wird. Die Immofinanz verteidigt sich ziemlich aggressiv."

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne