Immer mehr Anzeichen für Konjunkturabkühlung in China

Peking - Die Hinweise auf eine deutliche Abkühlung der Wirtschaft in China mehren sich. Die Industrie in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt schrumpfte im September so stark wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex weiter hervorgeht, wächst zudem der Dienstleistungssektor nur noch schwach.

Die endgültigen Daten des Konjunkturbarometers wurden als schlechtes Omen gewertet für die Mitte des Monats anstehenden offiziellen Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das dritte Quartal. Die meisten Fachleute gehen zwar davon aus, dass es keine harte Landung der Wirtschaft geben wird. Erstmals seit der globalen Finanzkrise könnte das Wachstum aber unter die Marke von 7 Prozent rutschen.

Die Ökonomen der Bank ANZ taxieren es auf nur noch 6,4 Prozent. Allerdings könne die Zuwachsrate gegen Ende des Jahres wieder zulegen, wenn die jüngsten Maßnahmen der Regierung zum Ankurbeln der Wirtschaft greifen. Die Führung in Peking peilt einen BIP-Anstieg von 7 Prozent an. Dies wäre allerdings das niedrigste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert für das Schwellenland, nachdem die Wirtschaft 2014 noch um 7,3 Prozent zugelegt hatte. Unter Experten kamen in jüngster Zeit immer stärker Zweifel an der offiziell mitgeteilten Wachstumszahl auf.

Schwache Wirtschaftsdaten drücken seit Monaten die Kurse an den chinesischen Aktienmärkten. Dort ruht allerdings feiertagsbedingt der Handel für eine Woche.

Der Einkaufsmanager-Index für Chinas Industrie fiel im September auf 47,2 (August: 47,3) Punkte und lag damit deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Im Service-Sektor sackte das entsprechende Barometer auf 50,5 (51,5) Punkte ab, den niedrigsten Stand seit 14 Monaten.

Nachdem die chinesische Notenbank mit mehreren Zinssenkungen die Konjunktur massiv stützte, hat die Regierung zuletzt auch an kleineren Stellschrauben gedreht: So wurden neue Maßnahmen zur Belebung des Immobilien- und des Automarkts auf den Weg gebracht. Dennoch stellen sich führende Rating-Agenturen auf eine deutliche Abschwächung des Wachstums im nächsten Jahr ein: Fitch erwartet nur noch ein Plus von 6,3 Prozent, S&P rechnet sogar mit einer deutlichen Abkühlung auf 4,4 Prozent. Zuletzt hatte auch die US-Notenbank aus Sorge um die Weltkonjunktur und wegen der jüngsten Börsenturbulenzen in China auf eine Zinserhöhung verzichtet. Eine Anhebung steht jedoch noch dieses Jahr auf der Tagesordnung: Da Anlagen in den USA dann attraktiver werden, befürchten die Schwellenländer von China bis Brasilien einen Abfluss von Kapital, das ihr schnelles Wachstum in der Vergangenheit mit ermöglicht hat.

Berlin (APA/AFP) - Mehr als tausend Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin sowie Unterstützer haben am Mittwoch in der Hauptstadt für den Erhalt der Jobs bei der Airline demonstriert. Verdi-Sprecher Andreas Splanemann sprach am Nachmittag von rund 1.300 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet, das habe die Erwartungen der Gewerkschaft "bei weitem übertroffen".
 

Newsticker

Air-Berlin-Beschäftigte demonstrieren für Erhalt ihrer Arbeitsplätze

Brüssel/Frankfurt (APA/Reuters) - Großbanken in der Eurozone sollen maximal vier Jahre Zeit zum Aufbau zusätzlicher Finanzpuffer für den Krisenfall erhalten. Erstmals würden verpflichtende Ziele für die Mehrheit der größten und komplexesten Finanzkonzerne in der Eurozone gesetzt, erklärte der Systemrisikorat (SRB), der in der Eurozone für die geordnete Abwicklung gescheiterter Banken verantwortlich ist, am Mittwoch.
 

Newsticker

EU gibt Banken vier Jahre für Aufbau von Krisen-Puffer

Berlin/Frankfurt (APA/Reuters) - In der "Cum-Cum"-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren rechnen zahlreiche deutsche Banken mit Straf- und Steuernachzahlungen. 77 Institute erwarten wegen der Steuertricks Belastungen von insgesamt gut einer halben Milliarde Euro, wie es in einer Reuters vorliegenden Antwort des deutschen Finanzministeriums und der Finanzaufsicht BaFin auf eine Anfrage der Grünen heißt.
 

Newsticker

Deutsche Banken stellen wegen Steuertricks halbe Milliarde zurück