IG Metall geht "mit Rückenwind" in neue Verhandlungsrunde

Stuttgart (APA/dpa) - Eine starke IG Metall auf der einen, lösungswillige Arbeitgeber auf der anderen Seite: Die Tarifparteien in Baden-Württemberg wollen am Montag einen Abschluss erzielen. Dem Vernehmen nach hat die dreitägige Warnstreikwelle der Gewerkschaft in der vergangenen Woche Wirkung gezeigt.

"Wir sind bereit, auch das eine oder andere Zugeständnis zu machen", sagte Stefan Wolf, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, vor Beginn der sechsten Verhandlungsrunde in der Stuttgarter Liederhalle.

Sollte eine Einigung gelingen, wäre es voraussichtlich ein Pilotabschluss für alle 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie bundesweit. Die Branche war vergangene Woche Ziel einer dreitägigen Warnstreikwelle der IG Metall, die Bezirksleiter Roman Zitzelsberger mit Blick auf den Tarifkonflikt als Erfolg wertet: "Wir gehen mit viel Rückenwind in diese Verhandlungen. Über 190.000 Kolleginnen und Kollegen allein in Baden-Württemberg haben mit den 24-stündigen Warnstreiks ein klares Signal in Richtung der Arbeitgeber gesetzt." Die Gewerkschaftsmitglieder erwarteten deshalb jetzt auch ein Ergebnis am Verhandlungstisch.

Die Streiks hätten sicherlich zu deutlichen Schäden geführt, sagte Stefan Wolf, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Das arbeitgebernahe Institut der Wirtschaft (IW Köln) schätzte die Einbußen am Montag auf 771 bis 895 Mio. Euro.

"Es ist die Frage, ob so etwas sinnvoll ist in der momentanen Situation, wo wir doch wirtschaftlich sehr gut aufgestellt sind", sagte Wolf. Man gehe deshalb offen in die Verhandlungen, man brauche eine Lösung. "Früher oder später kommt die ja sowieso." Wichtig sei den Arbeitgebern nach wie vor eine Öffnung des Arbeitsvolumens nach oben. "Wenn wir das in einem relativ umfangreichen Maße bekommen, um in den Betrieben flexibel zu sein, dann sprechen wir auch über das Absenken des Arbeitsvolumens nach unten."

Die Gewerkschaft hatte ursprünglich sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten und Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden gefordert. Bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollten einen Teil-Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber bisher strikt abgelehnt haben.

Wien/Linz (APA) - Der 50. Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere verlief heute äußerst zäh. Nachdem Richterin Marion Hohenecker die Befragung von Grasser abgeschlossen hatte, war die Anklagebehörde am Wort - im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Ex-Minister machte von seinem Recht auf Entschlagung Gebrauch und beantwortete so gut wie keine Frage.
 

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Grasser-Prozess - 50. Tag im Zeichen des Schweigens

Düsseldorf (APA/Reuters) - Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky baut seinen Anteil am Handelsriesen Metro aus. Er ließ am Donnerstag aber offen, ob er damit auf ein Übernahmeangebot für den Düsseldorfer Konzern zusteuert. Dies hänge auch daran, wie sich die Beziehungen zur Metro-Spitze gestalteten und ob er und sein Investment-Partner Patrik Tkac die "zukünftige Entwicklung zielgerichtet unterstützen können".
 

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Milliardär Kretinsky hält nach Metro-Aktienkauf Karten bedeckt

Dublin/Brüssel (APA/dpa) - Die Anteilseigner von Europas größtem Billigflieger Ryanair haben bei ihrer Hauptversammlung der Führungsspitze einen Denkzettel verpasst. Zwar wählten die Aktionäre den Verwaltungsratsvorsitzenden David Bonderman und Unternehmenschef Michael O'Leary wieder - Bonderman bekam jedoch nur 70,5 Prozent Zustimmung. O'Leary erzielte immerhin 98,5 Prozent.
 

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Anleger wählen Ryanair-Führungsspitze trotz Turbulenzen wieder