IG Metall will trotz "Dieselgate" deutliches Lohnplus bei VW

Die IG Metall will trotz Milliardenlasten durch die Abgasmanipulationen bei Volkswagen einen kräftigen Lohnzuschlag für die Beschäftigten durchsetzen. Die Tarifkommission strebe für die rund 115.000 Mitarbeiter bei VW und der Tochter Volkswagen Financial Services eine Tariferhöhung um fünf Prozent an, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Neben höheren Löhnen will die IG Metall mit VW auch eine Verlängerung der Altersteilzeitregelung um fünf Jahre vereinbaren.

"Der Dieselskandal ist kein Grund, bei den Volkswagen-Beschäftigten Abstriche hinzunehmen", sagte Bezirkschef Hartmut Meine, der auch Verhandlungsführer der IG Metall in Niedersachsen ist. Die Fünf-Prozent-Forderung bezeichnete er als angemessen und fair.

VW reagierte zurückhaltend: Man wolle abwarten, bis die Forderung endgültig beschlossen sei. "Sobald uns diese Entscheidungen vorliegen, werden wir sie intern bewerten und danach mit dem Tarifpartner besprechen", sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Zuvor hatten sich bundesweit alle sieben IG Metall-Bezirke für Lohnforderungen in einer Spanne zwischen 4,5 und fünf Prozent ausgesprochen. Am Dienstag will der Vorstand der Industriegewerkschaft in Frankfurt über die Forderungen der Bezirke beraten und anschließend eine Empfehlung abgeben, die auch für die Verhandlungen bei VW gilt. Endgültig beschlossen werden soll die Forderung am 29. Februar.

Der VW-Haustarifvertrag läuft Ende Mai aus. Die Verhandlungen der IG Metall mit dem Unternehmen sollen im April beginnen. Die Einkommen bei Volkswagen lagen einst deutlich über denen in der übrigen Branche, sind in den vergangenen Jahren aber schrittweise dem Flächentarif angeglichen worden. Angesichts des Dieselskandals und den damit verbundenen enormen Kosten für die Reparatur der manipulierten Autos sowie der zu erwartenden Strafen und Schadensersatzforderungen rechnen Konzernkenner damit, dass VW auch bei den Löhnen sparen will. Das lehnen die Arbeitnehmer strikt ab. Die Beschäftigten hätten mit den manipulierten Abgaswerten nichts zu tun, argumentiert der Betriebsrat. "Deshalb muss uns in der Tarifrunde auch kein Manager Lohnverzicht predigen", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh jüngst. Er betonte zudem, dass die Belegschaft für eine Verlängerung der Altersteilzeit keine Abstriche an den Lohnprozenten hinnehmen werde. Insgesamt arbeiten in der deutschen Metall- und Elektroindustrie 3,8 Millionen Menschen.

Brüssel (APA/Reuters) - Der Defizitstreit zwischen der EU-Kommission und der italienischen Regierung verschärft sich. Die Brüsseler Behörde wird den Budgetentwurf aus Rom für das kommende Jahr ablehnen, wie der "Spiegel" am Mittwoch unter Berufung auf den deutschen EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) berichtete.
 

Newsticker

EU-Kommission weist Italiens Haushaltsentwurf zurück

Washington/Peking (APA/dpa) - US-Präsident Donald Trump hat ein neues Mittel gefunden, um China im Handelsstreit unter Druck zu setzen. Auf Anraten seines Wirtschaftsberaters Peter Navarro wolle Trump ein 144 Jahre altes Postabkommen aufkündigen, schrieb die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise.
 

Newsticker

Trump könnte 144 Jahre altes Postabkommen mit China beenden

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger, dessen früheren Anwalt Gerald Toifl und andere ging es heute am 57. Prozesstag einmal mehr darum, wem welche Konten gehörten. Kein leichtes Unterfangen, wie schon Meischberger beim Auffliegen des "Buwog-Skandals" anmerkte.
 

Newsticker

Grasser-Prozess - "Wird alles etwas schwierig zu erklären"