IFA: Bosch Siemens Hausgeräte lässt sich von Electrolux nicht ablenken

(Reuters) Die Gemeinschaftsfirma Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) will sich in ihrem Expansionsdrang durch die Übernahme der GE-Hausgerätesparte durch Electrolux nicht bremsen lassen. "Das ist für uns keine Gefahr. Das ist die Veränderung eines Wettbewerbs in einer Industrie, die auch unter Konsolidierungsdruck kommt", sagte BSH-Chef Karsten Ottenberg in einem am Dienstag veröffentlichten Reuters-Interview. Die schwedische AEG-Mutter Electrolux will das GE-Hausgerätegeschäft für 3,3 Milliarden Dollar kaufen und so dem US-Branchenprimus Whirlpool zusetzen.

Um Marktanteile zu gewinnen, plant BSH selbst keine größeren Übernahmen. "Konsolidierungen sind nicht unsere Strategie. Wir haben uns entschieden, eine organische Strategie zu verfolgen, die Wachstum deutlich beschleunigt", sagte der seit gut einem Jahr amtierende Manager. "Wir streben nach organischen Marktanteilsgewinnen auch in unseren Kernmärkten, etwa China, USA und Europa." Bisher sei er mit der Entwicklung dort sehr zufrieden. In Europa sei BSH auf gutem Weg zu einem Marktanteil von 30 Prozent.

Ottenberg will den Umsatz seines Hauses in den kommenden zehn Jahren auf 20 Milliarden Euro verdoppeln und BSH in der Weltspitze der Branche etablieren. Die bisherige Entwicklung bestärke ihn. "Das erste Halbjahr 2014 war sehr erfolgreich. Wir sind trotz vereinzelt widriger Währungslagen weiter auf Wachstumskurs." Trotz Konjunktursorgen rechne er in China mit Zuwächsen. BSH werde zudem seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigern. "Wir werden 2014 weiter in unser Portfolio investieren. Wir stehen vor einer Produktoffensive." Das Profil der einzelnen Marken will Ottenberg schärfen. "Wir haben ein Multimarkenportfolio, was wir noch nicht voll ausdifferenziert nutzen. Das ist eine Stärke, die wir noch weiter ausbauen wollen. Unsere Hauptmarken überdecken sich in der Konsumentenwahrnehmung heute noch zu sehr." Neben den namensgebenden Marken vertreibt BSH etwa auch Neff, Gaggenau oder Constructa.

WACHSTUM AUS EIGENER KRAFT

Die Kosten für den Portfolioausbau werde BSH ohne Unterstützung der beiden Eigentümerkonzere Bosch und Siemens schultern. "Wir können aus eigener Kraft investieren, das ist untermauert durch unsere solide Bilanz und Ertragskraft", sagte Ottenberg. "Die Strategie ist mit beiden Müttern en detail diskutiert und abgestimmt." Zu Berichten über einen Ausstieg von Siemens aus dem seit fast 50 Jahre alten Joint Venture wollte sich Ottenberg nicht äußern. Sorgen um die Zukunft plagen ihn allerdings nicht: "Keine der beiden Mütter würde uns stiefmütterlich behandeln. Die BSH ist ein gemeinsamer Wert und das wird auch von beiden so wahrgenommen."

Den Trend zu vernetzten Hausgeräten sieht Ottenberg erst allmählich Fahrt aufnehmen. "Der Umsatz, den Unternehmen heute mit vernetzten Hausgeräten machen, ist - gemessen am Gesamtmarkt - überschaubar", sagte er. "Das ist eine Innovationstechnologie, bei der der Konsument den Wert erst einmal verstehen muss. Wir müssen ihm den Nutzen aus seiner Perspektive erst einmal verständlich machen." Es sei eine Frage, wie hoch Verbraucher es schätzten, Hausgeräte digital über ihr Smartphone und aus der Ferne zu steuern. Zudem laufe noch die Debatte über gemeinsame Standards zwischen zwei Konsortien mit Samsung und Intel auf der einen und dem US-Chiphersteller Qualcomm auf der anderen Seite. "Wir würden einen Streit bezüglich der Standardisierung von zwei, drei Jahren aushalten", zeigte sich Ottenberg gelassen. Die BSH könne sich auf allerhand einstellen. "Wir sind auf der richtigen Seite. Es ist keine Hexerei, eine IT-Architektur zu bauen, dass die mit einer offenen Art und Weise mit anderen Systemen arbeitet."

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018