IAA-Zulieferer fürchten wegen E-Mobilität Verlust von Jobs nach China

Frankfurt (APA/Reuters) - Die europäische Autozulieferer-Industrie sieht sich durch den Ausbau der Elektromobilität unter Druck und befürchtet eine Abwanderung von Stellen nach China. "Wir brauchen eine vernünftige Übergangszeit, um unseren chinesischen Freunden keine unerwünschten Geschenke zu machen", sagte der Präsident des europäischen Zuliefererverbandes (CLEPA), Roberto Vavassori, am Mittwoch auf der Automesse IAA.

Die europäischen Autohersteller zahlten für jedes in Europa hergestellte Auto schätzungsweise 4.000 bis 7.000 Euro nach China für Batterien. Ein überstürzter Ansturm auf Elektroautos würde das Geschäft China überlassen, das zusammen mit Südkorea und Japan die Batterieproduktion für solche Fahrzeuge dominiere.

Der Verband forderte die Autohersteller und die Politik dazu auf, auch andere Wege zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen wie effizientere Verbrennungsmotoren und synthetische Kraftstoffe in Erwägung zu ziehen. "Das Problem ist die Einseitigkeit der Debatte", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner. Bosch verbessere den Verbrennungsmotor und erforsche auch synthetische Kraftstoffe, die den Vorteil hätten, vorhandene Tankstellen und Motoren nutzen zu können. "Das ist ein schnellerer Weg, um die globale Erwärmung zu begrenzen", sagte er. "Wir machen das neben Elektrofahrzeugen."

In der europäischen Zulieferindustrie arbeiten nach Angaben des Verbandes rund fünf Millionen Menschen, für sie geht es daher um viel. Vavassori zufolge hinkt Europa bei der Produktion von Sensoren und Mikrochips sowie von Batterien zurück. Angesichts der geopolitischen Instabilität sei es aber ein Risiko, sich auf chinesische Lieferungen zu verlassen. "Für die Fahrzeuge der Zukunft brauchen wir eine Produktion in Europa oder wir gefährden ganz Europa", warnte er.

Angesichts der Dieselkrise und drohender Fahrverbote wollen die Autobauer ihr Angebot an E-Mobilen in den nächsten Jahren deutlich ausweiten. Um den enormen Bedarf an Batterien für die steigende Zahl an Elektroautos zu decken, müssen die Kapazitäten aber weltweit drastisch erhöht werden.

Wiesbaden (APA/dpa) - In Deutschland ist unter den Bundesländern ein Streit um die Strafzahlung des VW-Konzerns in Höhe von einer Milliarde Euro wegen des Abgasskandals entbrannt. Das Land Hessen hat nun die Aufteilung des Milliardenbußgeldes unter den Ländern gefordert. Gezahlt hat Volkswagen die Milliarde an das Land Niedersachsen, das maßgeblich am Konzern beteiligt ist.
 

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Deutsche Bundesländer streiten um VW-Milliarde

Athen (APA/Reuters) - Die Finanzminister der Euro-Länder wollen die Auszahlung von Milliardenmitteln an Griechenland nach dem Auslaufen des dritten Rettungsprogramms im August an Reformauflagen knüpfen. Insgesamt 4,8 Mrd. Euro bis 2022 sollten nur dann gezahlt werden, wenn die Athener Regierung sich an die Bedingungen eines sogenannten Überwachungsprogramms halte, heißt es in einem Dokument der Eurogruppe.
 

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Euro-Länder planen reformabhängige Zahlungen an Griechenland

Berlin/Menlo Park (APA/Reuters) - Facebook will Falschmeldungen auf seiner Plattform weiter erschweren. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern werde bis Jahresende von derzeit 14 auf weitere Länder ausgedehnt, kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Donnerstag an. Zudem fänden in nunmehr vier Ländern Tests zur Überprüfung von Fotos und Videos statt.
 

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Facebook will schärfer gegen Falschmeldungen vorgehen