Hypo-U-Ausschusss - Rolle von Ex-Hypo-Chef Pinkl im Fokus

Die Abgeordneten wollen beim Hypo-U-Ausschuss am Freitag die Rolle des ehemaligen Kurzzeit-Hypo-Chefs Franz Pinkl bei der Hypo-Verstaatlichung genau beleuchten. Auch der Seitenwechsel des Bankers Johannes Proksch von der BayernLB zur Hypo Alpe Adria wollen die Parlamentarier hinterfragen

ÖVP-Fraktionsführerin Gabriele Tamandl will herausfinden, welche Gratifikationen Pinkl für die Verstaatlichung erhielt. Sie sei auch erstaunt gewesen, dass der damals erfolglose ÖVAG-Chef Pinkl dann Hypo-Chef wurde, wie gestern von Hypo-Verbandsmann Wilhelm Miklas ausgeführt worden war. Bei dem Banker Johannes Proksch ortet Tamandl einen Interessenskonflikt, zuvor war er als BayernLB-Berater aktiv und dann als Hypo-Banker.
FPÖ-Abgeordneter Christian Hafenecker will wissen, ob Pinkl für den damaligen Hypo-Mehrheitseigentümer BayernLB als "Verstaatlicher" gearbeitet habe. Er habe einen Bonus von knapp 2 Mio. Euro erhalten, wenn es zu einem Eigentümerwechsel - auch bei einer Verstaatlichung - komme würde. Diese Entschädigung sei in einem "Sideletter" festgelegt worden und auch ausgezahlt worden. Den Banker Proksch bezeichnete Hafenecker als "Doppelagenten", weil er zuerst für die Bayern bei der Verstaatlichung als Berater und dann später für die verstaatlichte Hypo Alpe Adria gearbeitet habe.
Der Grüne Abgeordnete Werner Kogler interessiert sich auch für Bestellung Pinkls zum Hypo-Chef. Ob er wirklich von der BayernLB für die Verstaatlichung geholt wurde, sei "sicher eine verfolgenswerte Hypothese". Bei Proksch will auch Kogler den "Seitenwechsel" näher beleuchten.
Für NEOS-Abgeordneten Rainer Hable gilt Pinkl als "Ersatzspieler der Bayern". Er sei von der bayerischen Seite "bewusst installiert worden, die Bank loszuwerden". Weil BayernLB-Vertreter nicht vor dem U-Ausschuss erscheinen wollen, ermögliche die Befragung Pinkls, "die bayerische Seite näher zu beleuchten", so Pinkl. Die zweite Auskunftsperson am heutigen Tag ist für Hable "ein Meister der Gewährleistung" gewesen. Proksch habe zuerst für die BayernLB alle Gewährleistungsansprüche für die BayernLB bei der Hypo-Verstaatlichung herausverhandelt. Dann sei er als Hypo-Finanzvorstand aktiv gewesen und habe später beim Verkauf der Hypo-Balkantöchter Gewährleistungen für den neuen Eigentümer Advent herausverhandelt. Proksch habe "immer zum Schaden der österreichischen Steuerzahler" gehandelt, teilte Hable aus.
Team-Stronach-Vertreterin Martina Schenk interessiert sich auch für den Wechsel von Pinkl von der maroden ÖVAG zur angeschlagenen Hypo Alpe Adria.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne