Hypo-U-Ausschuss - Aktenvernichtung und Bad-Bank-Konzept im Fokus

Um Hintergründe von Aktenvernichtungen geht es heute Mittwoch am Vormittag im Hypo-U-Ausschuss, wenn die ehemalige Leiterin des Hypo-Konzernrechnungswesens, Andrea Dolleschall, als Auskunftsperson aussagt. Am Nachmittag soll der frühere Hypo-Chef Gottwald Kranebitter zum zweiten Mal aussagen. Hier interessiert die Abgeordneten insbesondere, ab wann die Bank die Schaffung einer Bad Bank forderte.

Dolleschall leitete das Rechnungswesen, und bei der Übergabe an ihren Nachfolger seien laut Aussagen ihres Nachfolgers säckeweise geschredderte Akten im Gang gefunden worden, erinnerte SPÖ-Vertreter Kai Jan Krainer. Das sei ungewöhnlich und müsse hinterfragt werden. Noch dazu, weil es den Verdacht gebe, dass es sich um Unterlagen für den umstrittenen Swap-Deal gehandelt haben könnte. Robert Lugar vom Team Stronach will wissen, ob Dolleschall mit der Aktenvernichtung "Teil eines Systems" gewesen sei. NEOS-Vertreter Rainer Hable möchte von Dolleschall erfahren, "in welchem Zustand Finanzwesen, Buchhaltung und Kostenrechnung" der Bank waren. Im Kern die gleichen Fragen beschäftigen auch die anderen Fraktionen.

Wenn am Nachmittag der frühere Hypo-Chef Kranebitter an der Reihe ist, geht es insbesondere um die Frage, ab wann sich die Bank für die Schaffung einer Bad Bank stark gemacht hat. Die früheren Hypo-Aufsichtsräte Johannes Ditz und Rudolf Scholten hatten ausgesagt, dass es dafür einen Plan gegeben habe, dieser aber vom Finanzministerium abgelehnt worden sei. Es sei aber kein Konzept aufgetaucht, sagte ÖVP-Vertreterin Gabriele Tamandl vor Beginn der Befragung: "Wir glauben, dass es dieses Konzept nicht gab" sieht sie sich einer Meinung mit ihrem SPÖ-Kollegen. Vielmehr habe es laufend wechselnde unterschiedliche Aussagen über die Lage der Bank gegeben. In die gleiche Kerbe schlägt FPÖ-Mandatar Erwin Angerer. Es habe zwar schon ab 2011 Überlegungen in Richtung einer Bad Bank gegeben, aber kein Konzept. Interessant wäre, wann die Entscheidung dazu gefallen sei. Auch der Grüne Abgeordnete Werner Kogler sagte vor Beginn der Beratungen, "das Management hat nicht von Beginn an auf Bad Bank gespielt".

Der U-Ausschuss startete am Mittwoch mit einer - nicht öffentlichen - Geschäftsordnungssitzung. Der Beginn der für zehn Uhr angekündigten Befragung verzögert sich damit vermutlich um eine dreiviertel Stunde.

Wien/Bochum (APA) - Buwog-Chef Daniel Riedl widerspricht dem Vorwurf, die Bundeswohnungen seien 2004 von der damaligen Bundesregierung zu billig verkauft worden. Zur in diesen 14 Jahren eingetretenen Wertsteigerung von 588 Mio. auf 3,2 Mrd. Euro, soviel bietet die deutsche Vonovia, sagte Riedl am Freitag im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radios: "Ich bin persönlich stolz drauf."
 

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Buwog-Chef Riedl verteidigt kräftige Wertsteigerung des Unternehmens

Wien (APA) - Bei der insolventen Wienwert-Holding hat am Freitag die erste Gläubigerversammlung stattgefunden. Laut Bericht des Masseverwalters Norbert Abel beträgt das liquide Vermögen derzeit gerade einmal 40.000 Euro, berichtete Anlegeranwalt Lukas Aigner am Nachmittag. Die Anleihen seien aus Sicht des Masseverwalters faktisch nicht besichert.
 

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Wienwert-Masseverwalter: 40.000 Euro Vermögen, Bonds nicht besichert

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi hat nach einem Gewinnsprung 2017 einen klaren Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gescheut. Das sorgte an der Börse für Enttäuschung: Vivendi-Aktien brachen am Freitag zeitweise um knapp neun Prozent ein und waren größter Verlierer im Parise Auswahlindex CAC 40.
 

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Medienkonzern Vivendi lässt Anleger über 2018 im Dunkeln: Aktie fällt