Hypo Tirol Bank einigte sich mit Versicherung der Altvorstände

Innsbruck - Die im Jahr 2011 durch hohe Kreditausfälle im Italien-Geschäft in die Negativschlagzeilen geratene Hypo Tirol Bank hat in Verhandlungen mit der Haftpflichtversicherung der früheren Bankvorstände eine Einigung erzielt. Man habe sich auf die Zahlung einer Summe geeinigt, teilte der Aufsichtsratschef der Landesbank, Wilfried Stauder, am Mittwoch mit.

Über die Höhe der von der Versicherung zu leistenden Summe wurde Stillschweigen vereinbart, hieß es. Damit sei nun ein weiteres, wichtiges Kapitel in der Bewältigung der Causa Hypo Tirol Bank Italien abgeschlossen, meinte Stauder. "Diese Einigung kann weder den entstandenen Schaden, noch die damit verbundenen Belastungen für den Eigentümer wieder gut machen. Sie ist aber die beste Lösung, die in dieser Situation erzielbar war", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende. Nach umfassender juristischer Prüfung sei man davon überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Die Einigung mit der Directors and Officers-Versicherung (D&O) sei der Schlusspunkt eines langen, herausfordernden Verhandlungsprozesses. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Ex-Vorstandschef Hannes Gruber und die früheren Vorstände Werner Pfeifer und Günter Unterleitner wurden von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien (WKStA) inzwischen eingestellt. Gleichzeitig habe die Bank die zivilrechtliche Schadenersatzpflicht umfassend geprüft und die Ansprüche bei der Haftpflichtversicherung der ehemaligen Vorstände geltend gemacht. "Mit Erfolg", zeigte sich Stauder zufrieden.

Vor der Bekanntgabe der Einigung hatten die Vorstände Hans-Peter Hörtnagl und Johann Kollreider am Mittwochnachmittag auch die Mitgliedern des Finanzkontrollausschusses des Landtages informiert. Dort verwiesen alle Beteiligten noch auf die Verschwiegenheitspflicht sowie "strenge Vertraulichkeit".

Nicht abgeschlossen ist laut den Verantwortlichen die Bearbeitung der zahlreichen noch nicht eingebrachten Kredite in Italien. "Mit unserem 15-köpfigen Expertenteam kämpfen wir weiterhin um die Einbringung eines jeden Euros. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich diese Arbeit bezahlt macht", betonte Stauder.

Die Bank war im Jahr 2011 durch einen 125 Mio. Euro hohen Wertberichtigungsbedarf im Italien-Geschäft gebeutelt worden. Mittlerweile sollen die Kreditausfälle auf rund 200 Mio. Euro angewachsen sein. Der Rechnungshofbericht kritisierte Ende vergangenen Jahres die fehlende Ausgestaltung entsprechender interner Systeme und Prozesse im Zuge des Wachstumskurses der Hypo Tirol. Wiederholt hätten im Zeitraum von 2001 bis 2011 interne und externe Prüfungsinstitutionen auf System-und Prozessmängel bei der Bank hingewiesen. Wesentliche Feststellungen der Abteilung Revision seien jedoch nicht in die Quartalsberichterstattung eingeflossen, Prüfungsfeststellungen der Österreichischen Nationalbank (OeNB) seien in den Aufsichtsratssitzungen teilweise unerwähnt geblieben, hieß es unter anderem. Durch die hohen Wertberichtigungen musste das Land Tirol der Bank unter die Arme greifen. Die Kapitalzufuhr des Landes in der Höhe von 220 Mio. Euro wurde schließlich im Oktober 2012 von der EU-Kommission genehmigt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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