Hypo-Prozess: Bei Schiffen wurde gutes Geld schlechtem nachgeworfen

Klagenfurt (APA) - Die Vernehmung des Ex-Vorstandes Josef Kircher im am Dienstag gestarteten Hypo-Prozess am Landesgericht Klagenfurt brachte erneut tiefe Einblicke in die Geschäftspraktiken der damaligen Hypo Alpe-Adria-Bank. Kircher versuchte vor dem Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Gernot Kugi, darzulegen, wie es zu dem finanziellen Desaster mit den beiden Kreuzfahrtschiffen gekommen war.

"Man wollte keinen Verlust realisieren", so begründete Kircher die zahlreichen Entscheidungen, die Schiffsfinanzierungen immer weiter fortzusetzen und gutes Geld schlechtem nachzuwerfen. Die beiden Hypo-Vorstände Günter Striedinger und Wolfgang Kulterer hätten nicht gewollt, dass Wertberichtigungen vorgenommen werden müssten. Dazu habe man die Hoffnung gehabt "es könnte ja doch noch funktionieren". Seitens der Bank habe aber einfach das Know-how gefehlt. Auf die Frage von Staatsanwalt Andreas Höbl, ob der von der Anklage bezifferte Schaden in der Höhe von mehr als 20 Mio. Euro zutreffend sei, meinte Kircher: "Das wird schon stimmen."

Kircher gab dem Gericht auch bekannt, dass er einen Generalvergleich mit der Heta erzielt habe, der sämtliche Verbindlichkeiten betreffe. Kircher weist inzwischen ja vier Verurteilungen im Zusammenhang mit Hypo-Projekten auf und wurde mehrfach zu Schadenersatz verurteilt. Der Vergleich sei vom Vorstand bereits abgesegnet, sagte Kirchers Anwalt Richard Soyer, allerdings sei er noch nicht rechtswirksam. Der Aufsichtsrat müsse noch zustimmen. Über Details - auch was den Schaden bezüglich der beiden zur Diskussion stehenden Kreuzfahrtschiffe betrifft - wollte sich Kircher nicht äußern. Es gebe eine Verschwiegenheitsverpflichtung. Auf dieser habe die Heta bestanden, sagte Kircher auf Nachfrage des beisitzenden Richters Christian Liebhauser-Karl.

Die Millionenkredite wurden an mehrere Unternehmen vergeben, laut Anklage aber durchwegs ohne Besicherungen, auch ohne Bonitätsprüfungen. Die Art der Kreditvergabe wurde vom Sachverständigen als nicht ordnungsgemäß bezeichnet. Angesichts des Geständnisses des Angeklagten wurde anschließend auf Zeugeneinvernahmen verzichtet und mit den Verlesungen begonnen.

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Der Streit zwischen der Ryanair-Tochter Laudamotion und der Gewerkschaft …