Hudson's Bay plant bei Kaufhof keinen Stellenabbau

Der deutsche Handelsriese Metro verkauft seine Warenhaustochter Galeria Kaufhof an den kanadischen Handelskonzern Hudson's Bay für 2,825 Mrd. Euro. Hudson's Bay wolle alle 21.500 Mitarbeiter von Kaufhof behalten und keine Standorte schließen, teilten beide Unternehmen am Montag mit.

"Hudson's Bay verfolgt eine Strategie internationalen Wachstums und Galeria Kaufhof wird hierbei eine zentrale Rolle spielen", betonte Metro-Chef Olaf Koch. Hudson's Bay erklärte, Kaufhof schon länger im Auge gehabt zu haben. Die Kette solle nun als Sprungbrett für eine weitere Expansion in Europa genutzt werden.

Die Hauptverwaltung von Kaufhof bleibe in Köln. Zudem wollen die Kanadier mit dem bestehenden Management-Team von Kaufhof weitermachen. Kaufhof betreibt knapp 140 Waren- und Sporthäuser in Deutschland und Belgien. Im Geschäftsjahr 2013/14 setzte die Kette rund 3,1 Mrd. Euro um. Konkurrent Karstadt betreibt noch gut 80 klassische Warenhäuser.

Für Metro ergibt sich aus dem Verkauf ein positiver Sonderertrag für das Betriebsergebnis (Ebit) von 700 Mio. Euro. Zudem könne der Düsseldorfer Handelskonzern seine Nettoverschuldung um rund 2,7 Mrd. Euro reduzieren. Die Transaktion werde voraussichtlich Ende September abgeschlossen sein.

Die Anteilseigner der Metro können allerdings nicht auf eine Sonderdividende aus dem Verkauf hoffen. Metro wolle seine Schulden abbauen sowie in die verbliebenen Geschäfte investieren, sagte Koch am Montag in einer Telefonkonferenz. Der Konzern wolle mit seinen Großmärkten in neue Länder expandieren und sich auch nach Übernahmezielen umschauen.

Der neue Kaufhof-Eigner Hudson's Bay kündigte massive Investitionen in die Warenhauskette an. Der nordamerikanische Konzern wolle Kaufhof als Basis für eine weitere Expansion in Europa nutzen, sagte Hudson's-Bay-Chef Richard Baker: "Wir glauben an die Zukunft der Warenhäuser." Hudson's Bay habe Kaufhof seit Ende 2006 beobachtet und sich mit dem deutschen und europäischen Handelsmarkt vertraut gemacht. Der nordamerikanische Konzern habe "großen Respekt" vor den Leistungen der Kaufhof-Mannschaft.

Koch unterstrich, Metro sei "zufrieden und stolz", Kaufhof an Hudson's Bay verkaufen zu können. Metro habe eine "moralische Verpflichtung" gesehen, Kaufhof an einen Partner zu verkaufen, der die Kette in eine gute Zukunft führen könne.

An Kaufhof war auch österreichische Karstadt-Eigner Rene Benko interessiert. Nach früheren Informationen von Reuters hat der österreichische Immobilieninvestor rund 2,9 Mrd. Euro geboten. Die Gewerkschaft ver.di hatte in dem Bieterwettkampf Forderungen an die Interessenten gestellt und unter anderem verlangt, dass in den nächsten fünf Jahren keine Kaufhof-Warenhäuser geschlossen und keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Wegen der in Deutschland geltenden Mitbestimmung hat ver.di sowohl bei Karstadt als auch bei Kaufhof ein wichtiges Wort mitzureden.

Metro-Chef Koch hatte Kaufhof ins Schaufenster gestellt, weil er für das Warenhaus-Konzept unter dem Dach der Metro keine ausreichenden Expansionschancen sieht. Er will den Konzern auf die Media-Saturn-Elektromärkte und das Geschäft mit den Großmärkten konzentrieren.

Paris (APA/Reuters) - Der französische Medienkonzern Vivendi taxiert den Wert seiner Tochterfirma Universal Music Group (UMG) auf mehr als 40 Milliarden Dollar (rund 34 Milliarden Euro). Er habe gerade in dieser Woche eine entsprechende Schätzung gesehen, sagte Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine am Freitag auf einer Branchenkonferenz in Barcelona. Er gehe aber davon aus, dass der Wert noch darüber liege.
 

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Vivendi-Chef schätzt Wert der Musiksparte auf über 40 Mrd. Dollar

München (APA/dpa) - Es ist Tag eins nach der Hiobsbotschaft. Die Siemens-Mitarbeiter in Leipzig und Görlitz wissen seit weniger als 24 Stunden, dass ihre Werke mit zusammen 920 Arbeitsplätzen geschlossen werden sollen. Und in Erfurt steht das Generatorenwerk auf der Kippe. Doch statt resignierter Katerstimmung herrscht vor allem Wut.
 

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft

London/Göteborg (APA/dpa/AFP/Reuters) - Großbritannien und die Europäische Union geben die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen noch nicht auf. Doch müsse London spätestens bis Anfang Dezember Zugeständnisse machen, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Freitag in Göteborg. Nur dann könne Mitte Dezember die zweite Verhandlungsphase eingeläutet werden.
 

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Warten auf Bewegung beim Brexit - EU präzisierte Frist für London