Hohe Investitionskosten nagen bei Facebook am Gewinn

Hohe Investitionskosten und Aufwendungen für Neuentwicklungen haben Facebook einen Gewinnrückgang eingebrockt. Zwar stieg die Zahl der aktiven Nutzer zum Jahresauftakt um 13 Prozent auf 1,44 Milliarden und der Umsatz um rund 40 Prozent an. Der Ausbau des Messaging-Dienstes WhatsApp, beim Fotoservice Instagram und dem Datenbrillen-Hersteller Oculus Rift lässt aber weniger Geld in der Kasse.

Die weltweite Nutzerzahl stieg auf 1,44 Milliarden im Monat, wie Facebook nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Das waren 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und allein in den vergangenen drei Monaten kamen rund 50 Millionen Nutzer hinzu. Inzwischen greifen 798 Millionen Mitglieder täglich von Smartphones und Tablets auf den Dienst zu. Fast drei Viertel der Werbeeinnahmen - 73 Prozent - wurden auf den mobilen Geräten erwirtschaftet. Facebook hatte seine Werbeangebote immer weiter ausgebaut, zuletzt unter anderem mit Videos.

Werbung machte mit 3,32 Mrd. Dollar (3,09 Mrd. Euro) den Großteil des Facebook-Geschäfts aus. Es war ein Zuwachs von 46 Prozent. Ohne die negativen Währungseffekte hätte es ein Plus von 55 Prozent gegeben, rechnete Facebook vor. Für die kommenden Monate rechne man mit noch stärkeren Auswirkungen der Dollar-Stärke auf die Zahlen, sagte die für das operative Geschäft zuständige Top-Managerin Sheryl Sandberg.

Inzwischen würden auf der Facebook-Plattform vier Milliarden Videoclips täglich angesehen, sagte Gründer und Chef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen. Außerdem verschickten Nutzer von Facebook-Apps 45 Milliarden Kurzmitteilungen pro Tag. Zum Konzern gehört auch der Dienst WhatsApp mit 800 Millionen Nutzern, der für viele die SMS ersetzte.

Die Erlöse im ersten Quartal kletterten um 42 Prozent auf 3,54 Mrd. Dollar, wie das weltgrößte soziale Online-Netzwerk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Dies war der geringste Zuwachs in einem Quartal seit zwei Jahren. Allerdings drückte der starke Dollar auf die Bilanz. Ohne den Effekt hätte das Plus den Angaben zufolge 49 Prozent betragen. Im laufenden Vierteljahr rechnet Facebook damit, dass durch die Erlöse durch die starke US-Währung um zehn Prozent geschmälert werden.

Zugleich stiegen die operativen Ausgaben um rund 80 Prozent und die für Forschung und Entwicklung um 133 Prozent an. Damit blieben Facebook noch 509 Mio. Dollar (473,8 Mio. Euro) Gewinn, ein Fünftel weniger als vor Jahresfrist.

Firmengründer Zuckerberg hatte bereits angekündigt, Milliarden für den Ausbau der Geschäfte in die Hand zu nehmen. So kamen die aktuellen Zahlen wenig überraschend. Beim Umsatz traf Facebook die Prognosen der Analysten nahezu, beim Gewinn wurden sie leicht übertroffen. Die Aktie verlor nachbörslich dennoch knapp zwei Prozent.

"Das war ein solides Quartal", sagte Ben Schachter, Branchenanalyst von Macquarie Research, zu den Zahlen. "Die Trends gehen alle in die richtige Richtung." Die Frage sei aber, ob Facebook den Kostenanstieg unter Kontrolle halten könne. Facebook erklärte allerdings, inzwischen werde für 2015 dort nur noch mit einem Anstieg zwischen 55 und 65 Prozent gerechnet, nach bisher 55 bis 70 Prozent.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

Newsticker

Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

Newsticker

Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

Newsticker

Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma