Hochtief: Bieterrennen um Abertis droht eine Hängepartie

Essen/Madrid (APA/dpa) - Der Wettkampf um den spanischen Autobahnbetreiber Abertis droht zur teuren Hängepartie zu werden. Nachdem der deutsche Konzern Hochtief vor knapp drei Monaten mit einem Angebot über mehr als 17 Mrd. Euro in das Bieterrennen eingestiegen war, ist noch immer kein Ergebnis in Sicht.

Sollte es in dem komplizierten Verfahren zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen, könnte sich eine mögliche Lösung auch über Jahre hinweg verzögern, hieß es im Umfeld des Unternehmens.

Hochtief hatte mit seinem Offert ein Angebot der Investmentgesellschaft der italienischen Benetton-Familie, Atlantia, über 16,3 Mrd. Euro übertrumpft. Die Italiener hatten aber bereits angedeutet, dass sie nachlegen wollen. Nachdem die spanische Börsenaufsicht CNMV in dieser Woche nun ihre umstrittene Genehmigung für das Atlantia-Kaufangebot bestätigt hatte, wird nun Ende Jänner oder Anfang Februar mit einer Entscheidung durch die Börsenaufsicht auch für Hochtief gerechnet.

Die Übernahme des Autobahnbetreibers Abertis ist ein Politikum in Spanien. Diskutiert wird etwa, inwieweit verschiedene Ministerien in das Verfahren miteinbezogen werden müssen. Die Regierung hatte die Börsenaufsicht zu einer erneuten Überprüfung des Offerts aus Italien gedrängt. Dagegen kann Hochtief auf die Rückendeckung seines spanischen Hauptaktionärs ACS bauen, der als gut vernetzt in der Regierung gilt. Die spanische Börsenaufsicht betonte nun, sie habe vollstes Vertrauen, "dass der Übernahmeprozess normal weitergehen kann".

Frankfurt (APA/Reuters) - Börsianer dürften in der neuen Woche bange Blicke nach Frankfurt werfen. Dort entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag über ihren weiteren geldpolitischen Kurs und hat damit auch das Wohl und Wehe des Aktienmarktes in der Hand. Erwartungen, dass die Zentralbank bald die Zinsen erhöht, hatten den Euro zuletzt auf ein Drei-Jahres-Hoch getrieben und den Dax zeitweise ausgebremst.
 

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EZB-Chef Draghi hält die Anleger in Atem

Bochum/Essen (APA/Reuters) - Thyssenkrupp-Gegner und -Befürworter haben sich anlässlich der Haufversammlung von Thyssenkrupp wegen der Zerschlagung des Mischkonzerns nichts geschenkt. Wie erwartet gab es scharfe Kritik von Investoren am Kurs von Vorstandschef Heinrich Hiesinger, der kein Freund einer Aufspaltung ist.
 

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Heftiger Schlagabtausch der Investoren auf Thyssen-HV

München (APA/Reuters) - Nach Schätzungen von Versicherungsmathematikern kommen auf die Assekuranz nach dem Orkan "Friederike" in Deutschland Zahlungen von rund 800 Mio. Euro zu. Das ergebe sich aus dem Modell, mit dem die Kölner Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) die Kosten von Stürmen in Deutschland berechnet, erklärte Versicherungsmathematiker Onnen Siems am Freitag.
 

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"Friederike" verursacht 800 Millionen Euro Schaden