Heute Abend Fed-Hinweis auf Zinswende in den USA erwartet

Für die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank (Fed) am heutigen Mittwoch rechnen Experten mit einem Hinweis auf die erste Zinserhöhung in den USA seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Mit einer Änderung der Wortwahl im Fed-Statement nach der Zinssitzung dürften die Währungshüter den Finanzmärkten signalisieren, dass im Sommer der Startschuss für die Zinswende fallen könnte.

Die US-Geldpolitik würde sich damit gegen den Trend einer immer stärkeren Lockerung entwickeln, der in zahlreichen anderen Notenbanken zu beobachten ist.

Experten gehen gemeinhin davon aus, dass die Währungshüter im Zusammenhang mit einer Straffung der Geldpolitik den Begriff "geduldig" (englisch: "patient") aus ihrer Stellungnahmen streichen werden. Nach dem Wegfall dieses Signalwortes könnte die Fed die Zinsen wieder anheben. Die Fed wird am Mittwoch zudem neue Projektionen für die weitere Entwicklung der Preise und der Konjunktur veröffentlichen. Außerdem erläutert Notenbank-Chefin Janet Yellen die geldpolitischen Beschlüsse auf einer Pressekonferenz.

Während viele Experten die zu erwartende neue Wortwahl als Signal für eine erste Zinserhöhung bereits im Juni werten, gehen Experten des Bankhauses Metzler und von der HSBC Trinkaus-Bank von einer etwas behutsameren Vorgehensweise aus und erwarten den Zinsschritt erst im September. Sie begründeten dies mit der schwachen Inflation in den USA, die derzeit deutlich unter der Zielmarke der Fed von zwei Prozent liegt.

Zuletzt gab es auch eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten aus den USA, die ebenfalls für eine spätere Zinswende in den USA sprechen. Für das erste Quartal wird mit einem vergleichsweise schwachen Wachstum der US-Wirtschaft gerechnet. Ein ungewöhnlich harter Winter hatte die Konjunktur in der größten Volkswirtschaft der Welt gebremst.

Ein Bremsklotz für die US-Wirtschaft ist aber auch der starke Dollar. Mit der Aussicht auf die Zinswende befindet sich die amerikanische Währung im Höhenflug und macht der amerikanischen Exportwirtschaft immer stärker zu schaffen. Ein Blick auf die Quartalsbilanzen von US-Unternehmen zeigt, dass eine Menge großer Konzerne Abstriche wegen der Dollarstärke machen muss.

Dagegen befindet sich der Arbeitsmarkt, der von der US-Notenbank stark beachtet wird, in einer Boomphase. "Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,5 Prozent am oberen Rand dessen, was die Fed als das langfristig zu erwartende natürliche Niveau ansieht", kommentierte Experte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. Ob die Fed die Zinsen aber tatsächlich erhöhen wird, hängt seiner Einschätzung nach von der Inflation und der Lohnentwicklung in den USA ab.

Zwar hatte sich der US-Arbeitsmarkt zuletzt mehrfach ungemein stark gezeigt, was tendenziell für eine schnelle Zinserhöhung spricht. Allerdings zeigen die Löhne "kaum Anzeichen eines stärkeren Zuwachses", so Weidensteiner. Erst im weiteren Verlauf des Jahres sei mit einem stärkeren Lohnanstieg zu rechnen.

Nach Einschätzung von Weidensteiner spielt die Lohnentwicklung eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der Fed: "Bei etwas höheren Lohnanstiegen als derzeit zu beobachten, wäre eine Zinsanhebung im Juni bereits in trockenen Tüchern." Seit Ende 2008 liegen die Leitzinsen in den USA faktisch bei null. Für die Zinssitzung erwarten Experten, dass die "Fed Funds Rate" weiterhin in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent bleiben wird.

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Verdi droht mit Streiks bei Eurowings - "Jederzeit denkbar"

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Wieder Bewegung im Handelsstreit zwischen China und USA

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Grasser-Prozess - Protokolle: Vom "Zahlenhecht" zum "Zahlenknecht"