Heta - Mitterlehner: Budgetabweichung 2014 maximal 100 Millionen Euro

Wien/Klagenfurt/Brüssel (APA) - Die Auswirkungen des Hypo-Desasters auf das Budget 2014 werden maximal 100 Mio. Euro ausmachen. Wirtschaftsminister Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) erklärte nach dem EU-Energierat in Brüssel, "wir haben vier Milliarden im Budget 2014 eingestellt. Die jetzigen Berechnungen ergeben 4,1 Milliarden".

Dies bedeute, dass "wir da nach wie vor keine Betroffenheit haben". Allerdings könne man das "nicht endgültig sagen. Aber höchstwahrscheinlich wird es keine Auswirkungen geben". Die Lösung für die Abbaubbank Heta nach dem Schuldenschnitt "wird nicht dazu führen, dass sich gravierend etwas verändert. Vermutlich, weil ich nicht den Rechenstift der Statistik Austria führe", so Mitterlehner.

Es sei "intendiert, dass Budget und Steuerzahler durch die Vorgangsweise eben nicht belastet" werden. Auch das Moratorium "sollte budgetär keine Veränderung" bringen und "das sollte in der Form auch halten".

Zum Vorwurf der Bundesländer über eine mangelnde Information seitens des Bundes stellte Mitterlehner fest, eine vorzeitige Einbindung sei rechtlich nicht möglich gewesen, "weil das eine Benachteiligung der anderen Gläubiger zur Folge hätte haben können. Wenn wir mit den Ländern in dem Teil verhandeln, wäre die Problematik gewesen, dass das in die Öffentlichkeit hätte gelangen können. Dadurch wäre es möglich gewesen, dass andere Anleihengläubiger ihre Anleihen kündigen. Eine ad hoc Information der FMA wäre notwendig gewesen, um in der Problematik keine Benachteiligung von Gläubigerinteressen zu haben. Diesen Vorgang konnte niemand in einer Vorinformation anders gestalten, sonst hätte er sich vermutlich oder mit ziemlicher Sicherheit der gesetzlichen Verfehlung schuldig gemacht", betonte der Vizekanzler.

Dasselbe gelte für die Bayern. "Ich kann nicht die Bayern vorher in die Information einbinden, weil das auch vorher entsprechende Reaktionen ausgelöst hätte, die einen anderen Vorgang verunmöglicht und zu Schadenersatzzahlungen geführt hätten. Daher konnte eine vorherige Beratung nicht stattfinden".

Mitterlehner wandte sich auch dagegen, einen Zusammenhang mit anderen Themen wie der Steuerreform herzustellen. Dies sei emotional, "es ist schade, wenn man ein Thema mit dem anderen verbindet. Weil in Wirklichkeit sitzen wir alle in einem Boot."

Angesprochen auf den worst case einer Insolvenz ganz Kärntens winkte Mitterlehner ab. "Man kann das nicht Schritt für Schritt durchspielen. Wir haben ein Moratorium, das Gesetz des Handelns ist bei der FMA. Ich werde mich hüten, entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen, bevor noch der Juni 2016 (Moratorium-Ende, Anm.) gekommen ist. Möglicherweise kommt man dann zu einer Verlängerung. Man weiß nicht, was immer das ergibt, wie die Situation der nächsten Jahre ausschauen wird". Er hoffe auf eine gute wirtschaftliche Entwicklung. "Aber eine Beurteilung ist sinnlos, das würde zu falschen Spekulationen Anlass geben".

Den Vorwurf des Chefs der Bayern LB, dass der Finanzplatz Österreich zu vergessen sei, wies Mitterlehner zurück: "Dass der Finanzplatz Österreich unsicher oder mit unsauberen Methoden arbeitet, weise ich vehement zurück". Der Bund sei mit einer "unangenehmen Problematik konfrontiert worden. Da hat der Bund wenig Schuld. Der Bund ist nicht die Hypo Alpe Adria. Der Bund hat Haftungen nicht übernommen, aber alle Konsequenzen zu tragen. Daher ist es notwendig, nach den gesetzlichen Möglichkeiten zu agieren. Eine der Möglichkeiten ist die Richtlinie der Bankenabwicklung- und -sanierung. Genau nach dieser Richtlinie gehen wir vor.

Nicht spekulieren will Mitterlehner auch über allfällige weitere drohende Finanzlöcher durch die Causa Hypo/Heta. Dass es zu Gesamtverlusten von 20 Mrd. Euro kommen könnte, "kann ich nicht kommentieren. Jeder, ohne überhaupt Berechnungen selbst nachgeprüft zu haben, trifft irgendwelche Aussagen. Ich tue das nicht. Wir haben jetzt ein Moratorium. Das Gesetz des Handelns liegt bei der Finanzmarktaufsicht und den Gläubigern. Dann werden wir sehen, was die nächsten Monate bringen. Alles andere sind Spekulationen und "das nützt in der Sache derzeit überhaupt nichts".

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker