Heta - Inoffiziell: Geordnete Insolvenz angelaufen

Wien/Klagenfurt - Bei der Hypo-Bad Bank Heta ist mit den neuen Finanzlöchern eine Überschuldung gegeben. Eine baldige Zahlungsunfähigkeit war absehbar. Deshalb hat die Heta vorerst bis Mai 2016 Anleiherückzahlungen (Tilgungen und Zinsen) gestoppt. Ein Konkurs wurde es nun nicht. Inoffiziell ist bei allen Befassten jedoch von einer "geordneten Insolvenz" die Rede.

Die staatliche Hypo-Alpe-Adria Abbaugesellschaft Heta hat neue Kapitallöcher und spätestens 2016 auch kein Geld mehr, fällige Anleihen zurückzuzahlen. Nachdem der Bund ihr den Geldhahn abgedreht hat, ist der behördliche Abwicklungsmechanismus in Kraft getreten. Das passierte gestern Sonntag kurz vor 17 Uhr.

Der drohende Zahlungsausfall hat die Heta reif gemacht für die Anwendung des neuen Bankenwicklungsgesetzes. Das Gesetz erlaubt es der seit 1. Jänner auch als Banken-Abwicklungsbehörde betrauten Finarnzmarktaufsicht (FMA), Gläubiger zur Kassa zu bitten - Kernthema ist ein Schuldenschnitt. Es kann in der Folge aber auch eine echte Insolvenz sein - wenn eine endgültige Pleite nicht mehr so gefährlich ist.

Während des jetzt laufenden Abwicklungsmechanismus kann die Heta jedenfalls nicht in Konkurs gehen, hieß es am Montag zur APA. Das Abwicklungsprocedere ersetzt jetzt einmal das Konkursprozedere, bis auf weiteres.

Ein sofortiger Konkurs der Heta hätte die Kärntner Landeshaftungen schlagend werden lassen. Hätte die Heta ohne "amtlichen" Zahlungsaufschub über Nacht ihre Schuldenzahlungen eingestellt, hätten Gläubiger ihre Forderungen über insgesamt 7 Mrd. Euro geltend machen können, rechnete die Heta im Dezember den Behörden vor.

Anleihe- und Schuldscheingläubiger der Hypo-Abbaubank sind nicht nur internationale Fonds und Finanzinvestoren, sondern auch österreichische Banken und Versicherungen. Deren Forderungen - ebenfalls zum Teil mit Kärntner Ausfallbürgschaften besichert - werden im umfangreichen Abwicklungsbescheid aktuell mit 2 Mrd. Euro angegeben.

Die Kärntner Haftungen werden in dem Edikt noch mit 10,2 Mrd. Euro beziffert.

Das seit Sonntagabend geltende Schuldenmoratorium bzw. die behördliche Abwicklung der Heta wird von Bund und Aufsicht mit dem Schutz öffentlicher Mittel begründet.

Im Aufsichtsbescheid wird dazu extra festgehalten, dass die angeordneten Abwicklungsmaßnahmen bei der Heta "nicht als Insolvenzverfahren im Sinne der Richtlinie 98/26/EG ..." gelten.

Gegen das Edikt kann im übrigen wie immer binnen dreier Monate ab Kundmachung Einwand erhoben werden.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker