Heta - Hameseder sorgt sich um den Ruf von Österreichs Finanzmarkt

Wien - Die Verunsicherung und das Misstrauen der internationalen Finanzmärkte nach dem Zahlungsmoratorium für die Heta, Abbaueinheit der ehemaligen Hypo Alpe Adria, werden Österreich noch auf den Kopf fallen, erwartet Raiffeisen-Holding-Chef Erwin Hameseder. "Wir werden es noch spüren, und zwar schneller als man denkt", so Hameseder am Montag am Rande einer Pressekonferenz.

Spätestens nächstes Jahr werden die Auswirkungen spürbar sein, schätzt Hameseder. Nicht zuletzt, weil in Deutschland viele Investoren große Summen in Papiere der Heta investiert haben und weil es nun eine intensive Debatte über die Verlässlichkeit österreichischer Haftungen - mit Ausnahme des Bundesgarantien - gebe. Auch müsse nun eine Flut von Klagen einsetzen, da Firmenchefs in den Verdacht der Untreue kämen, würden sie nicht alles versuchen, die Heta-Gelder einzutreiben.

In Österreich sind viele Projekte nur dank Landes- und Gemeindehaftungen zustande gekommen, erinnert Hameseder. Aber auch auf europäischer Ebene baue der milliardenschwere Investitionsplan von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf Haftungen der öffentlichen Hand auf.

In Österreich werde man die Diskussion um Landeshaftungen nicht wegbekommen, solange nicht - wie in Deutschland - klargestellt ist, dass der Bund am Ende für die Länder und Gemeinden haftet. "Ich kann nur hoffen, dass am Ende des Tages herauskommt, dass der Bund einsteht", so Hameseder. Unabhängig von der gewählten Lösung werden die Haftungen in Österreich zurückgehen, erwartet der RZB-Aufsichtsratschef. Das sei aber für alle Banken gleichermaßen ein Thema. Wenn Haftungen ihre Werthaltigkeit verlieren sollten, dann müsse man Geschäfte mit mehr Kapital unterlegen - "dann wird die Finanzierung anders".

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker