Heta - Europäischer Bankenverband macht in Brüssel Druck

Wien/Klagenfurt - Die Hypo-Abbaueinheit Heta wirbelt auch in Brüssel gehörig Staub auf. Die Europäische Vereinigung öffentlicher Banken (EAPB), der neben zahlreichen deutschen Instituten auch der heimische Hypo-Verband und als außerordentliches Mitglied die Erste Group angehören, haben sich bei der EU-Kommission über Österreich beschwert, das gegen die EU-Abwicklungsrichtlinie verstoßen habe, so "Der Standard".

Mit dem Heta-Schuldenmoratorium seien die Gläubiger schlechtergestellt worden als dies bei einer Insolvenz der Fall gewesen wäre, lautet der Vorwurf. Laut Abwicklungsrichtlinie dürfe dies dezidiert nicht geschehen. Würde die Heta in die Pleite geschickt, könnten die Investoren die Kärntner Haftungen in Anspruch nehmen. Mit dem Moratorium wird die Forderung hingegen gestundet - das Land kann dem Zeitungsbericht zufolge nach österreichischer Auffassung nicht belangt werden.

Die betroffenen Investoren forderten in einem Schreiben an den zuständigen EU-Kommissar Jonathan Hill ein Einschreiten gegen das Moratorium. Sie orten zum einen Verstöße gegen die Kapitalmarktfreiheit und zum anderen eine EU-widrige Umsetzung der Bail-in-Richtlinie. Diese sehe vor, dass Gläubiger einen Beitrag zur Bankabwicklung leisten müssten. Wien "erhöht die Instabilität an den Finanzmärkten", heißt es weiters.

Nach Ansicht des Bankenverbandes seien Abwicklung samt Schuldenschnitt nur für den Fall bestimmt, dass wichtige Funktionen einer Bank wie etwa der Einlagenschutz gesichert werden müssen. Die Heta sei aber schon davor auf Abwicklung gestanden, habe ihre Banklizenz verloren und habe gar nicht mehr über derart kritische Geschäftsfelder verfügt. Die Anwendung des österreichischen Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetzes auf Abbaueinheiten sei erst in letzter Minute in den Entwurf geschleust worden und dieser Passus stehe im Widerspruch zur EU-Richtlinie, beschweren sich die Banker.

EU-Kommissar Hill verweist dem Zeitungsbericht zufolge darauf, dass die aufgeworfenen Fragen von nationalen Gerichten behandelt würden und beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) landen könnten. Dies habe der Brite in seiner schriftlichen Antwort vom 17. September mitgeteilt. Dann würde auch die EU-Kommission wie üblich eine Stellungnahme abgeben. Es würden "alle notwendigen Schritte gesetzt, um zu gewährleisten, dass EU-Recht voll respektiert wird".

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

Newsticker

Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

Newsticker

Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

Newsticker

Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab