Heta - Deutsche Genossenschaftsbanken sitzen auf 100 Mio. Euro

Alle deutschen Volks- und Raiffeisenbanken zusammen hätten Hypo-Anleihen im Wert von gut 100 Mio. Euro in den Büchern, erklärte Uwe Fröhlich, Präsident des genossenschaftlichen Bankenverbands BVR, am Dienstag in Frankfurt. "Das ist zu vernachlässigen." Die Belastungen durch ausfallgefährdete Kredite der österreichischen Krisenbank (jetzt Heta) hielten sich in Grenzen.

Bei der angedachten Fusion der genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ Bank hofft Fröhlich auf eine rasche Lösung. "Die Organisation würde sich über ein zügiges Projekt freuen." In der Vergangenheit sind mehrere Anläufe gescheitert, die größere DZ Bank mit der vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiven WGZ zu vereinigen. Fröhlich fordert, dass ein Zusammenschluss bereits vor 2020 unter Dach und Fach gebracht wird, wenn DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch in Pension geht. Insider gehen davon aus, dass die Genossen die Fusion ab 2016 in Angriff nehmen.

Wegen der Filialstreichungen bei großen privaten Geldhäusern erwarten die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken Rückenwind. Für die Genossen ergäben sich dadurch Chancen im Privat- und Firmenkundengeschäft, so Fröhlich. Zudem könnten die Institute gutes Personal von den Privatbanken abwerben. "Das ist eine Chance für uns, Talente anderer Bankengruppen aufzunehmen, die sich vielleicht nicht mehr so heimisch fühlen in ihrer Bank."

Die HypoVereinsbank ist gerade dabei, etwa die Hälfte ihrer Filialen zu schließen. Auch die Deutsche Bank prüft Finanzkreisen zufolge deutliche Einschnitte im Filialnetz. Ein solcher Kahlschlag sei bei den Volks- und Raiffeisenbanken nicht denkbar, betonte Fröhlich. Zwar werde es auch im Genossenschaftssektor künftig weniger Niederlassungen geben, die Institute blieben aber in der Fläche präsent.

Kleine Banken leiden besonders unter den steigenden Anforderungen der Aufsichtsbehörden und den niedrigen Zinsen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Kreditgenossenschaften um 31 auf 1.047 Institute. "Es ist damit zu rechnen, dass es eine leichte Beschleunigung dieses Trends gibt", sagte Fröhlich. Bis Ende des Jahres werde die Zahl der Banken voraussichtlich auf rund 1.000 zurückgehen. "Es wird sich nicht jede Klein- und Kleinstfiliale dauerhaft halten lassen."

Im vergangenen Jahr konnten die Genossenschaftsbanken gegen den Branchentrend deutlich mehr Kredite vergeben, auch die Spareinlagen stiegen. Die Institute konnten dadurch die Belastungen durch niedrige Zinsen wettmachen und ihren Überschuss um fünf Prozent auf 2,3 Mrd. Euro ausbauen. Damit ließen sie erneut die Deutsche Bank hinter sich, die im vergangenen Jahr lediglich auf 1,7 Mrd. Euro kam.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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