Heta - Deutsche-Bank-Chef in Wien sieht Finanzmarkt Österreich leiden

Der Österreich-Chef der Deutschen Bank, Rainer Polster, sieht den Finanzmarkt Österreich unter den Vorgängen rund um die frühere Hypo Alpe Adria leiden. Vor allem heimische Geldhäuser spürten den geplanten Schuldenschnitt bzw. das herrschende Zahlungsmoratorium. "Für die Banken gibt es definitiv einen Österreich-Malus. Das ist eine Kombination aus Unsicherheit und aus mangelnder Information."

Dies trage "nicht unbedingt zur Attraktivität des Investments in österreichische Finanztitel bei", sagte Polster. Dass Gläubiger bei der Heta-Abwicklung zur Kassa gebeten werden, obwohl Kärnten für viele Hypo-Anleihen haftet, gilt bei Investoren als Affront. "Je weiter weg Sie sich von der deutsch-österreichischen Grenze wegbewegen, desto unverständlicher wird die Thematik. Sie können niemandem an der amerikanischen Ostküste erklären, was hier passiert", sagte Polster.

Die ersten deutschen Banken die bei der ehemaligen Hypo Alpe Adria, nun Heta, große Millionensummen im Feuer haben, ziehen inzwischen vor Gericht und fordern ihr Geld zurück. Nach der Münchner Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement hat dieser Tage auch die NRW-Bank beim Frankfurter Landgericht Klage gegen den Zahlungsstopp der "Bad Bank" der Hypo Alpe Adria eingereicht.

Die NRW-Bank, Förderbank des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, fordert darin die vollständige Rückzahlung ihrer Anleihen in Höhe von 275,5 Mio. Euro, wie eine Banksprecherin am Mittwoch bestätigte.

Die Heta soll abgewickelt werden, die Schuldenzahlungen wurden gestoppt. Den Gläubigern drohen damit riesige Verluste. Betroffen sind etliche Banken und Versicherer in Deutschland, darunter die Commerzbank, die HypoVereinsbank, die frühere Hypo-Mehrheitseignerin BayernLB, NordLB, der Rückversicherer Munich Re und die Düsseldorfer Hypothekenbank.

Die Münchner Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement, die sich um die Altlasten der in Deutschland verstaatlichten Hypo Real Estate kümmert, hatte nach Angaben eines Sprechers bereits vor einigen Wochen Klage in Frankfurt eingereicht. Auch die HRE-Nachfolgebank Deutsche Pfandbriefbank hatte juristische Schritte angekündigt. Das Frankfurter Landgericht konnte am Mittwoch den Eingang der Klagen aber nicht bestätigen.

NRW-Bank-Chef Klaus Neuhaus betonte, er halte es für einen beispiellosen Vorgang, dass ein öffentlicher Garantiegeber versuche, "durch eine Gesetzesänderung rückwirkend den Gläubigern die Ausfallhaftung des Bundeslandes Kärnten zu entziehen".

Unterdessen drängt die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank die betroffenen Institute zur Vorsicht. Anleihen und Kredite an der Heta sollten um mindestens 50 Prozent abgeschrieben werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf mehrere Banken.

Bisher lagen die Korrekturquoten deutlich niedriger. Die Banken haben nun laut Zeitung bis Ende April Zeit, um auf die Aufforderung der EZB-Aufseher zu reagieren. Falls sie sich widersetzen, müssen sie das schriftlich erklären. Die EZB wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Deutsche Finanzinstitute haben nach Angaben der Deutschen Bundesbank mehr als 7 Mrd. Euro bei der Heta im Feuer. Ende des vergangenen Jahres lag das Forderungsvolumen aller deutschen Banken und Versicherungen demnach bei 7,1 Mrd. Euro, davon entfielen 1,5 Mrd. Euro auf Versicherungen.

Die Düsseldorfer Hypothekenbank (DüssHyp) musste wegen der Turbulenzen sogar vom Einlagensicherungsfonds der privaten Banken gerettet werden.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma