Hersteller von Luxusparfüm darf Händler Vertrieb auf Amazon verbieten

Frankfurt (APA/AFP) - Der Kosmetikanbieter Coty darf seinen Vertriebspartnern verbieten, dass sie seine Produkte über die Handelsplattform Amazon verkaufen. Das Oberlandesgericht Frankfurt setzte damit am Donnerstag eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) um.

Wie der vor Gericht unterlegene Händler Parfumdreams mitteilte, schaffe das Urteil eine Barriere für kleine Onlinehändler, die auf Amazon und eBbay angewiesen sind.

Der Gesellschaft Coty gehören unter anderem die Parfüms der Marken Adidas, Playboy, Chloe und Chopard. Coty International vertritt 77 Beauty-Marken und macht damit einen Jahresumsatz von rund 7,6 Mrd. Euro.

Coty wollte es Parfumdreams untersagen, die Parfüms bei Drittunternehmen zu verkaufen, wenn der Luxus-Charakter der Produkte dadurch gefährdet würde. Dazu zählte Coty laut Parfumdreams auch Amazon.

Parfumdreams weigerte sich bisher, diese Klausel zu unterzeichnen, weshalb Coty klagte. Vor dem Landgericht unterlag Coty zunächst und ging in Berufung. Das deutsche Oberlandesgericht verwies den Fall an den EuGH, der den Ausschluss von Internethandelsplattformen für Luxusgüter für rechtens erklärte.

Parfumdreams erklärte nun, dass das Urteil auf sie keine großen Auswirkungen habe, weil sie nur einen "niedrigen, einstelligen Teil des Umsatzes" über solche Plattformen erwirtschafte. Auch befürworte das Unternehmen grundsätzlich, wenn der Verkauf auf einzelne Vertriebswege beschränkt bleibt, um das Luxusimage eines Produkts zu schützen. Allerdings sei das Unternehmen der Meinung, dass ein Verkauf über Amazon diesem Image nicht per se schade. Statt eines pauschalen Verbots seien Vorgaben zur Form und Präsentation besser.

Parfumdreams kündigte an, vor den deutschen Bundesgerichtshof zu gehen und eine Revision erzwingen zu wollen.

Frankfurt (APA/dpa) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt die Politik davor, Fusionen in der deutschen Bankenbranche voranzutreiben. Er wäre "vorsichtig (...) damit, Zusammenschlüsse politisch zu forcieren. Sie müssen einer betriebswirtschaftlichen Logik folgen", sagte Weidmann dem "Handelsblatt". "Wir haben nicht die Erfahrung gemacht, dass staatliche Einmischung dabei nützlich ist."
 

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Bundesbank-Chef: Politik sollte Bankenfusionen nicht forcieren

London (APA/dpa) - Die Übernahmeschlacht um das britische Medien- und Telekommunikationsunternehmen Sky zwischen dem Murdoch-Konzern 21st Century Fox und US-Kabelkonzern Comcast soll per Auktion entschieden werden. Das teilte die britische Übernahmekommission am Donnerstag mit.
 

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Murdoch gegen Comcast: Auktion entscheidet Sky-Übernahmeschlacht

Frankfurt (APA/Reuters) - Tarifabschluss in der deutschen Chemiebranche: Die 580.000 Beschäftigten bekommen im Schnitt 4,6 Prozent mehr Lohn. Die Einigung sieht Entgeltsteigerungen von 3,6 Prozent vor, wie die Gewerkschaft IG BCE nach Abschluss der zweiten Bundesrunde der Verhandlungen am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das Urlaubsgeld für Vollzeitbeschäftigte soll auf 1.200 Euro verdoppelt werden.
 

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Deutsche Chemiebranche - Löhne steigen im Schnitt um 4,6 Prozent