HeidelbergCement setzt sich hohe Wachstumsziele

Stuttgart (APA/Reuters) - Die gute Konjunktur in Westeuropa und den USA kurbelt das Wachstum von HeidelbergCement an. Der größte deutsche Baustoffkonzern profitiert derzeit vom Aufschwung in Nordamerika, Großbritannien und Deutschland. "Der deutlich gesunkene Ölpreis und der schwächere Euro bedeuten für uns zusätzlichen Rückenwind", erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele am Donnerstag.

Das Management habe sich deshalb vorgenommen, auf vergleichbarer Basis, also ohne das verkaufte Bauproduktegeschäft, 2015 Umsatz, operatives Ergebnis und Jahresüberschuss deutlich zu steigern. Deutlich bedeutet in der Branche ein Plus von mindestens zehn Prozent - HeidelbergCement ist damit viel optimistischer als in den vergangenen Jahren.

Der Nettogewinn von HeidelbergCement (ISIN DE0006047004) sank im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf 687 Mio. Euro. Im Gewinn 2013 von 933 Mio. Euro waren allerdings 420 Mio. Euro Einmaleffekte enthalten, unter anderem durch die Auflösung einer nicht mehr benötigten Unternehmensstruktur. Die Dividende für 2014 soll um 25 Prozent auf 75 Cent je Aktie angehoben werden. "HeidelbergCement befindet sich in der besten Verfassung der letzten 15 Jahre", sagte Scheifele. Umsatz und operatives Ergebnis lägen auf klarem Wachstumskurs. Der Aufschwung treibt die Baunachfrage an, und billigeres Öl befeuert die Wirtschaft zusätzlich. Zudem bauen die Heidelberger die Produktionskapazitäten für Zement, Sand oder Kies in rasch wachsenden Entwicklungsländern Afrikas südlich der Sahara und in Indonesien aus.

Dank des Erlöses aus dem Verkauf des Bauproduktegeschäfts von 1,2 Mrd. Euro erreiche das Unternehmen sein Schuldenziel von weniger als 6,5 Mrd. Euro. Wird der Verkaufserlös vollständig zum Schuldenabbau genutzt, sinken die Schulden auf 5,7 Mrd. Euro, womit der Zielwert von 6,5 Mrd. Euro klar unterschritten wäre. HeidelbergCement hatte sich mit einer milliardenschweren Übernahme kurz vor Beginn der Finanzkrise 2007 stark verschuldet. Der Höchststand lag damals bei 14 Mrd. Euro. Jetzt hat HeidelbergCement gute Aussichten, eine bessere Bewertung der Ratingagenturen und damit noch günstigere Finanzierungskosten zu erreichen.

Scheifele hält den Dax-Konzern trotzdem weiter auf Sparkurs. Denn die Kosten für Energie sollen in diesem Jahr trotz Ölpreisrückgangs moderat steigen. In Indonesien fallen zudem Treibstoffsubventionen weg. Und der schwächere Euro beflügelt zwar die Baukonjunktur, verteuert aber auch Rohstoffe und erhöht Personalkosten. HeidelbergCement will deshalb Sparprogramme fortsetzen und Preise weiter erhöhen. Durch effizientere Arbeitsprozesse soll das Ergebnis bis Ende 2017 um 120 Mio. Euro verbessert werden.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht