HeidelbergCement auf Wachstumskurs - Dividende soll steigen

Frankfurt/Heidelberg (APA/Reuters) - Die starke Konjunktur in vielen Ländern sorgt beim deutschen Baustoffkonzern HeidelbergCement für Zuversicht. "Im Moment haben wir den seltenen Fall, dass alle Regionen - ob Schwellenländer in Asien und Afrika oder Europa und Amerika - nach oben ziehen, das ist ein absoluter Ausnahmefall", sagte Vorstandschef Bernd Scheifele am Donnerstag in Heidelberg.

Das operative Ergebnis will der Dax-Konzern 2018 daher um drei bis neun Prozent steigern nach 2,2 Mrd. Euro 2017. Der Jahresüberschuss, im vergangenen Jahr um 27 Prozent auf 1,06 Mrd. Euro geschnellt, soll deutlich und damit mindestens um zehn Prozent zulegen.

Der Ausblick für den operativen Gewinn war vielen Anlegern zu zurückhaltend: Der Dax-Titel verbilligte sich um 2,7 Prozent auf Kurse um 79,50 Euro. Scheifele verwies auf die anhaltende Unsicherheit über die Entwicklung des Baustoffmarktes in Großbritannien, der im vergangenen Jahr stärker als erwartet unter dem bevorstehenden EU-Austritt gelitten hatte. Zuletzt habe sich der Markt aber wieder besser entwickelt als gedacht. Entscheidend sei, ob die angekündigten staatlichen Infrastrukturprojekte kämen, sagte Scheifele.

Mit Wachstumsimpulsen rechnet HeidelbergCement in seinem größten Einzelmarkt, den USA. Im vergangenen Jahr hätten sich die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Infrastrukturprojekte des Staates noch nicht realisiert, da die Bundesstaaten vergeblich auf Ko-Finanzierung aus Washington warteten, erklärte Scheifele. Doch vor der US-Wahl im November werde das Geld vermutlich fließen. Auch der Wiederaufbau nach den Wirbelstürmen in Texas und Florida kurbele den Baustoffmarkt in den für HeidelbergCement wichtigen US-Bundesstaaten an.

Der Umsatz mit Zement, Sand, Kies und Beton soll nach einem Anstieg um zwei Prozent auf 17,3 Mrd. Euro im vergangenen Jahr 2018 moderat zulegen. Den viel stärkeren Gewinnanstieg wollen die Kurpfälzer weiterhin durch striktes Kostenmanagement realisieren. So konnte der Konzern im vergangenen Jahr von der erfolgreichen Integration des 2016 gekauften Konkurrenten Italcementi profitieren, indem größere Kostenvorteile als ursprünglich gedacht anfielen. Bis Ende 2018 sollen insgesamt 550 Mio. Euro eingespart sein. Die bisherigen Kosten für die Integration und Restrukturierung des italienischen Unternehmens lägen mit bisher rund 345 Mio. deutlich darunter. Die Zahl der Beschäftigten wurde von einst 22.000 bereits um 3.500 reduziert. In diesem Jahr sollen 500 bis 1.000 weitere Stellen wegfallen, vor allem in Ägypten. Damit wäre der frühere Familienbetrieb aus Bergamo um ein Fünftel geschrumpft - produziere unter der Regie von HeidelbergCement aber mehr als vorher.

Die Aktionäre sollen eine um 30 Cent höhere Dividende von 1,90 Euro je Aktie erhalten. "Unsere Strategie ist klar: Kontinuierliches Wachstum, langfristige Wertschaffung für unsere Aktionäre und Sicherung hochwertiger Arbeitsplätze. Wir sind auf Kurs!", sagte Scheifele.

Berlin/München (APA/Reuters) - Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im September leicht eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index fiel von 103,9 auf 103,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9.000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 103,2 Zähler gerechnet.
 

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Ifo-Index sank im September - "Wirtschaft zeigt sich stabil"

Mailand (APA) - Die italienische Modegruppe Versace steht laut italienischen Medien vor dem Verkauf. Bereits am Dienstag könnte Firmenchefin Donatella Versace den Verkauf des Mailänder Konzerns an eine US-Gruppe ankündigen. Michael Kors oder Tiffany gelten als mögliche Kandidaten für die Übernahme, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Montag.
 

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Versace soll laut Medien an US-Gruppe verkauft werden

Toronto/Washington (APA/Reuters) - Milliardenfusion in der Goldminen-Branche: Das kanadische Unternehmen Barrick Gold übernimmt den in Afrika tätigen Konzern Randgold Resources, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Der neue Konzern werde einen Marktwert von 18,3 Mrd. US-Dollar (15,6 Mrd. Euro) haben, erklärte Randgold. Das Management werde seinen Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen.
 

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Kanadischer Bergbaukonzern Barrick Gold schluckt Rivalen Randgold