Handelsverband: Heimische Händler müssen digital aufrüsten

Wien (APA) - Der österreichische Handel muss rasch auf den digitalen Zug aufspringen, ansonsten droht er von digitalen Riesen verdrängt zu werden. Das prognostizierten Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, und Martin Unger vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Contrast EY, in einer heute, Donnerstag, präsentierten Analyse zum Österreichischen Handel.

Obwohl in Österreich der stationäre Handel dominiert, könnte der starke Fokus der heimischen Händler auf Filialen zunehmend zum Problem werden. Mittlerweile sind rund zwei Drittel aller Einkäufe in Österreich digital beeinflusst, von den online generierten Umsätzen fließen allerdings 50 Prozent ins Ausland. Passen sich die Händler hierzulande nicht an die digitalen Herausforderungen an, könnten sie den Anschluss an große "Digital Players" wie Amazon oder Zalando, und damit ihre Marktanteile verlieren, befürchtet Will.

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass der Großteil der heimischen Händler die Veränderungen im Einkauf zwar erkennt, aber viele trotzdem beim Thema Onlineshopping hinterher hinken. Gerade die Zielgruppe der online-affinen 15-30-Jährigen könnte dabei für viele zur Herausforderung werden. Die Frage, ob das eigene Konzept für diese Zielgruppe künftig noch attraktiv ist, werde für Österreichs Händler entscheidend sein, betonte Unger.

Ein wesentlicher Aspekt hierbei ist der sogenannte "Omnichannel", also die nahtlose Verknüpfung von Filiale und Onlineshop beispielsweise via App. Befragte Unternehmen gaben an, dass Kunden, die via Omnichannel einkaufen, wesentlich "profitabler" seien, als solche, die ausschließlich in der Filiale einkaufen. Künftig werde sich dieser Trend noch stärker fortsetzen, sagte Will.

In Österreich erkennen trotzdem immer noch viele die Bedeutung von Omnichannel nicht. Ein zentrales Problem bei der Implementierung eines solchen Konzepts ist für die meisten neben dem benötigten Kapital auch der Mangel an Expertise in diesem Bereich. Hier bedürfe es entsprechender Rahmenbedingungen seitens der Politik, um die benötigten Experten auszubilden, bemerkte Unger. Es reiche einfach nicht mehr aus, neben der Filiale nur einen Onlineshop zu betreiben, betonte er.

Im internationalen Vergleich hinken die österreichischen Händler in puncto Onlineshopping weit hinterher. Momentan ist der US Riese Amazon für die meisten Österreicher die erste Anlaufstelle beim Onlineshopping. Der Wettbewerb mit den großen digitalen Konzernen wird sich auch die nächsten Jahre weiter verschärfen. Dabei ist vor allem die gezielte Nutzung und Erhebung von Kundendaten ein wesentlicher Punkt. Obwohl der Großteil der befragten Händler dieser eine große oder sehr große Bedeutung beimisst, hält mehr als die Hälfte ihre Kompetenz in diesem Bereich für unzureichend. Diese ist und wird aber für die heimischen Händler unverzichtbar, betonte Will.

Heute erwirtschaften die 250 größten Onlineshops in Österreich jährlich rund 2,5 Mrd. Euro. Dabei konzentriert sich der Markt immer stärker auf einzelne große Händler. Allein Amazon generierte hierzulande mit 556 Mio. Euro im Jahr 2016 fast ein Viertel der gesamten heimischen Online-Umsätze. Um diesem Trend entgegenzuwirken, werde es für österreichische Händler unausweichlich, digital aufzurüsten, sagte Unger.

Wien (APA) - Die börsennotierte CA Immo bringt eine neue Unternehmensanleihe auf den Markt. Die Schuldverschreibung hat ein Volumen von 150 Mio. Euro und eine Laufzeit von 7,5 Jahren. Der fixe Kupon beträgt 1,875 Prozent, die Anleihe ist zu je 1.000 Euro gestückelt und kann von Privatanlegern vom 20. bis 25. September gezeichnet werden - vorbehaltlich eines früheren Zeichnungsschlusses, teilte die CA Immo mit.
 

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CA Immo begibt neue 150 Mio. Euro Anleihe - Laufzeit 7,5 Jahre

Washington/Peking (APA/AFP) - Der Handelskrieg zwischen China und den USA eskaliert weiter: Als Antwort auf die von US-Präsident Donald Trump geplanten neuen Strafzölle hat Peking am Dienstag Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. US-Importe im Gesamtwert von 60 Milliarden Dollar (51,41 Mrd. Euro) sollen mit Strafzöllen belegt werden, wie die Führung in Peking erklärte.
 

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Handelskrieg zwischen China und den USA eskaliert weiter

Eisenach/Rüsselsheim (APA/dpa) - Wegen schwacher Nachfrage plant der Autobauer Opel in seinem Eisenacher Werk für den Oktober in größerem Umfang Kurzarbeit. Nach Informationen der Mainzer Verlagsgruppe VRM werden die Beschäftigten beider Schichten in dem Monat nur an 8 von 21 Arbeitstagen an den Bändern benötigt. An 13 Werktagen herrsche Kurzarbeit, wie die Zeitungen in ihren Mittwoch-Ausgaben berichten.
 

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Opel plant Kurzarbeit im Werk Eisenach