Handelsverband: Geoblocking-Verbot schadet Mittelstand

Brüssel (APA) - Das Verbot, im Online-Handel Produkte nur für gewisse Länder innerhalb der EU anzubieten, schadet mittelständischen Unternehmen. Während Kunden sich über den Wegfall des sogenannten Geoblockings freuen dürften, kritisiert der Handelsverband die EU-Verordnung scharf. Vor allem die Dominanz globaler Online-Player würde befeuert, bemängelt der Handelsverband in einer Aussendung am Dienstag.

Ziel der heute von der EU-Kommission verkündeten Geoblocking-Verordnung ist es, dass Konsumenten in jedem Online-Shop in Europa ohne Einschränkungen Waren bestellen können. "In der vorliegenden Form ist sie eine reine Superstar-Regulierung, welche mit ihren überbordenden Regulierungen insbesondere KMU in ihrer Geschäftstätigkeit gefährdet. Letztere bilden 99 Prozent der europäischen Einzelhändler, von denen jedoch nur 8 Prozent Cross-Border-eCommerce betreiben", so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Will kritisiert zudem die extrem kurze Vorbereitungszeit von 9 Monaten bis zur Anwendung der Verordnung.

Die neue Regelung lässt die administrativen Kosten steigen. Durch die in den 27 EU-Staaten unterschiedlichen Gesetzte entstehen Rechtsunsicherheiten, die für mittelständische Unternehmen kaum zu stemmen sind, so der Handelsverband. Er befürchtet daher einen Rückzug der KMU. Weniger Anbieter und Angebote für den Konsumenten wären die Folge.

Der Handelsverband hatte sich bis zuletzt für eine Entschärfung der Verordnung ausgesprochen. Österreich war das einzige Land in der EU, das sich mit einem Veto gegen die Verordnung stellte.

Wien/Linz (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere hat der Zweitangeklagte Walter Meischberger heute den ganzen Tag lang die genauen Fragen der Richterin zu den Liechtenstein-Konten beantworten müssen. Dabei kam der frühere FPÖ-Spitzenpolitiker und Grasser-Trauzeuge einige Male ins Rätseln - obwohl er ja angibt, alle drei Konten seien in Wahrheit ihm zuzurechnen.
 

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Grasser-Prozess - Meischberger rätselt über Liechtenstein-Konten

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe in Wien

Wirtschaft

Sonja Sarközi wird Chefin der russischen Sberbank Europe in Wien

Dublin/Frankfurt (APA/dpa) - Die deutsche Bundesregierung soll nach Auffassung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mehr für den Luftverkehr und die dort beschäftigten Arbeitnehmer tun. Es gelte unter anderem, atypische Beschäftigungsmodelle auf europäischer Ebene zu unterbinden, erklärte VC-Präsident Ilja Schulz am Mittwoch beim Deutschen Verkehrspilotentag in Frankfurt.
 

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Pilotengewerkschaft Cockpit kritisiert Leihpilotensystem bei Ryanair