Händler - EZB nutzt Bondmarkt nicht für Warnschuss gegen Italien

Mailand (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mehreren Händlern zufolge am Umfang ihrer Käufe von italienischen Staatsanleihen nicht gerüttelt. Marktteilnehmer wiesen damit Spekulationen zurück, die Euro-Wächter würden womöglich mit Blick auf die Regierungsbildung in Rom weniger italienische Schuldenpapiere erwerben als üblich. Sie würden auf diesem Weg womöglich den Politikern ein Warnsignal geben wollen.

Der zuletzt starke Anstieg der Renditen italienischer Anleihen hatte diese Gerüchte am Markt genährt. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab. Die Zentralbank richtet sich bei ihren Käufen nach einem Schlüssel, der sich an der wirtschaftlichen Größe der einzelnen Länder orientiert.

Zuletzt hatten zahlreiche Anleger ihre italienischen Staatsanleihen aus den Depots geworfen und damit die Rendite der Titel nach oben getrieben. Am Dienstag stieg die Verzinsung zehnjähriger Papiere auf ein 14-Monats-Hoch von 2,418 Prozent. Der Risikoaufschlag auf die vergleichbare deutsche Bundesanleihe weitete sich auf bis zu 186 Basispunkte aus. Das war fast doppelt so viel wie Ende April.

Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega hatten am Freitag ihr Programm für eine gemeinsame Regierung vorgelegt, dass sie finanzpolitisch auf Konfrontationskurs zur EU bringt. Die künftigen Koalitionspartner wollen die Konjunktur mit "begrenzten" schuldenfinanzierten Ausgaben anschieben und fordern zudem eine Überprüfung der EU-Haushaltspolitik sowie des Euro-Stabilitätspakts. Italien hat eine Verschuldungsquote von 130 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP). In der Eurozone wird das Land damit nur noch von Griechenland übertroffen.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro