GVO: NGOs sehen in Vorschlag der EU-Kommission Zugeständnis an USA

Wien/Brüssel - NGOs haben den Vorschlag der EU-Kommission zur Zulassung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in Lebens- und Futtermitteln vehement kritisiert. Als "Kniefall der EU-Kommission vor der Gentechnik-Lobby im Rahmen der TTIP-Verhandlungen" bezeichnete Global 2000 die angedachte Änderung der Rechtsvorschriften. Greenpeace sieht Europas Interessen dem Handelsdeal mit den USA geopfert.

Global 2000 sieht die heutige Veröffentlichung in einem zeitlichen Zusammenhang "zur 9. TTIP-Verhandlungsrunde in den USA" und bezeichnete sie als einen "faulen Kompromiss". "Dieser Vorschlag zielt einzig darauf ab, es zu erleichtern, noch mehr Gentechnik-Futter- und Lebensmittel zuzulassen", sagte Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin von Global 2000.

Statt der von EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker versprochenen Demokratisierung beim Zulassungsprozess schaffe der Vorschlag eine Rechtsunsicherheit, die "Klagen durch Gentech-Konzerne Tür und Tor" öffne. Denn während beim bereits beschlossenen nationalen GVO-Anbauverbaut für Saatgut zumindest die Minimalforderung eingehalten wurde, dass hier dezidierte Rechtsgründe vorliegen, seien diese bei Gentechnik-Futter- oder Lebensmitteln in keiner Weise angeführt.

"Der Vorschlag bedeutet, dass die EU-Kommission mangelhaft geprüfte Gentech-Pflanzen auch weiterhin gegen die Mehrheit von EU-Staaten, Europaparlament und Konsumenten genehmigen kann", kritisierte Gentechnik-Sprecherin Dagmar Urban von Greenpeace. Auch Österreich müsse diesen Vorschlag ablehnen, aber sich in Brüssel dennoch stark für eine Reform des GVO-Zulassungsverfahrens einsetzen, sagte Urban.

Wien/Paris (APA) - Der globale Rohstoffverbrauch wird sich aufgrund der expandierenden Weltwirtschaft und steigender Lebensstandards bis 2060 nahezu verdoppeln. Von derzeit jährlich 90 Gigatonnen soll der Verbrauch auf 167 Gigatonnen ansteigen, geht aus einem Vorausbericht zu einer OECD-Studie zum künftigen Rohstoffverbrauch hervor.
 

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OECD: Globaler Rohstoffverbrauch wird sich bis 2060 verdoppeln

Straßburg (APA/dpa) - Die EU-Kommission diskutiert am Dienstag (13.00 Uhr) in Straßburg über die umstrittenen italienischen Budgetpläne für 2019. Das Gremium der Kommissare werde das weitere Vorgehen im Streit mit der Regierungskoalition aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega beraten, hieß es im Vorfeld.
 

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EU-Kommission berät weitere Schritte im Haushaltsstreit mit Italien

Berlin/München (APA/Reuters) - BMW ruft wegen Problemen bei Klimaanlagen weltweit weitere 1,6 Millionen Autos zurück. Betroffen seien Diesel-Fahrzeuge, die vom August 2010 bis August 2017 produziert worden seien, teilten die Bayern am Dienstag mit. Bei den Autos könne Kühlflüssigkeit austreten, was im Extremfall einen Brand auslösen könnte.
 

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BMW ruft wegen Kühlmittel-Problemen weitere 1,6 Mio. Autos zurück