Gute Stimmungsdaten dämmen Konjunktursorgen in Eurozone ein

London - Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im Oktober überraschend weiter aufgehellt und damit jüngste Konjunktursorgen ein Stück weit eingedämmt. Der Einkaufsmanagerindex stieg auf 54,0 Punkte, nach 53,6 Punkten im Vormonat, wie das Forschungsinstitut Markit am Freitag in London laut einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang auf 53,4 Punkte erwartet.

Damit steigt der Konjunkturindikator weiter über die sogenannte Expansionsschwelle von 50 Punkten, was auf ein stärkeres Wachstum hindeutet. Der Einkaufsmanagerindex basiert auf einer Umfrage unter 5000 Unternehmen. Nach der Veröffentlichung der Daten stieg der Euro auf ein Tageshoch bei 1,1140 US-Dollar.

Für die Industrie verharrte der von Markit ermittelte Indexwert bei 52,0 Punkten, während er im Dienstleistungssektor von 53,7 Punkten auf 54,2 Zähler zulegte. "Das Wirtschaftswachstum der Eurozone hat im Oktober wieder an Dynamik gewonnen", sagte Chris Williamson, Chefökonom bei Markit. Allerdings deuten die Daten nur auf ein mäßiges Wachstum hin. Sollte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in den nächsten Monaten nicht deutlich verbessern, erwartet Williamson, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldschleusen im Dezember weiter öffnen wird.

Zuletzt hatte die EZB die Tür zu einer neuen Runde der geldpolitischen Lockerung angesichts von Konjunkturrisiken und einer niedrigen Inflation weit aufgemacht. Die Notenbank könnte laut EZB-Chef Mario Draghi im Dezember beschließen, die aktuellen Käufe von Wertpapieren auszuweiten. Außerdem brachte Draghi überraschend die Möglichkeit einer weiteren Senkung des Einlagensatzes für Banken ins Spiel. Dieser Zinssatz ist bereits im negativen Bereich und stellt damit eine Art Gebühr für Banken dar, die ihr Geld bei der EZB parken.

Bankvolkswirte zeigten sich verhalten optimistisch gestimmt: "Das Wachstumsszenario ist intakt und wird vor allem binnenwirtschaftlich vom Servicesektor getragen", kommentierte Experte Ralf Umlauf von der Helaba. Etwas zurückhaltender zeigte sich Christoph Weil, Experte der Commerzbank: "Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass die schwächere globale Nachfrage nicht spurlos an der Wirtschaft im Euroraum vorübergehen wird. Wenn sich die EZB dieser Ansicht anschließt, wird sie ihre Wachstumsprojektionen im Dezember nach unten korrigieren und weitere expansive Maßnahmen beschließen."

In Deutschland zeigte sich bei den Stimmungsdaten für Oktober ein gemischtes Bild. Während sich die Stimmung in der Industrie etwas stärker als erwartet eintrübte, hellte sie sich für Dienstleistungen überraschend stark auf. "Für die deutsche Industrie sind die heutigen Daten ein Warnsignal", sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Eine Kombination aus steigenden Lagerbeständen und einer nachlassenden Nachfrage deuten darauf hin, dass die Unternehmen die Produktion in den kommenden Monaten drosseln könnten.

Dagegen konnten die Daten aus Frankreich auf ganzer Linie positiv überraschen. Sowohl im Bereich Dienstleistungen als auch in der Industrie hellte sich die Stimmung stärker als erwartet auf und beide Indikatoren stiegen weiter über die Expansionsschwelle von 50 Punkten. "Die Daten lassen Rückschlüsse auf ein moderates Wachstum in der französischen Wirtschaft zu Beginn des Schlussquartals zu", kommentierte Markit-Experte Jack Kennedy.

Bei der ersten Schätzung veröffentlicht Markit nur Stimmungsdaten aus den beiden Schwergewichten der Eurozone. Die jüngste Umfrage habe aber gezeigt, dass sich das Wachstum auch außerhalb von Deutschland und Frankreich beschleunige, hieß es. Allerdings fielen die jüngsten Steigerungsraten hier niedriger aus als noch in den ersten Monaten des Jahres. Markit wird die endgültigen Daten mit Kennzahlen aus Italien und Spanien Anfang November veröffentlichen.

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Unverständnis und Wut: Siemens-Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft