Gute Konjunktur sorgt für Feierlaune bei KMU

Wien (APA) - Die Stimmung bei den kleinen und mittleren Unternehmen Österreichs ist gut. Der Aufschwung des Mittelstandes hat sich heuer im Frühjahr fortgesetzt, wie aus dem aktuellen Klimabarometer der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervorgeht. Diese befragte rund 1.700 Betriebe zur aktuellen Wirtschaftslage und zum Ausblick für die kommenden sechs Monate. Die Auftragsbücher sind vielfach voller als 2017.

Jedenfalls sei heuer in den ersten drei Monaten der beste Auftragsbestand seit sieben Jahren verzeichnet worden, teilte die Creditreform mit. Viele Firmen hätten sich über deutlich mehr Order freuen können.

Und auch die Umsätze zeigten vielfach nach oben: 30,6 Prozent der befragten Unternehmen haben in den vergangenen zwölf Monaten steigende Verkaufserlöse verzeichnet - das waren weitaus mehr als Anfang 2017 (23,8 Prozent). Umsatzeinbußen erlitten nur 17,6 Prozent - vor einem Jahr waren es noch 24,7 Prozent. Die Bauwirtschaft habe die Talsohle dank Baubooms "erfolgreich überwunden". Der Handel hätte sich zwar nicht so dynamisch entwickelt wie die anderen Wirtschaftsbereiche, doch auch hier gehe der "Trend nach oben".

Das Creditreform-Konjunkturbarometer kletterte heuer das dritte Jahr in Folge und erreichte mit einem Zuwachs von 11 Zählern auf 27,6 Punkte einen neuen Höchstwert. Der Index setzt sich aus den Einschätzungen der Befragten zum eigenen Betrieb, zur eigenen Branche, zur konjunkturellen Lage zusammen.

Dank der guten Konjunktur hätten die KMU die Investitionen erhöht und den Personalstand ausgebaut. Das Tief aus dem Jahr 2015 sei "endgültig überwunden". Die Konjunktur erweise sich als "robust" und habe "nachhaltig an Fahrt aufgenommen". Das Bild trüben könnten allerdings der drohende Handelskrieg mit den USA infolge der von Präsident Donald Trump neu eingeführten Importzölle und eine dadurch ausgelöste Gefährdung des weltweiten Wirtschaftswachstums sowie die politischen Unwägbarkeiten in Italien mit den entsprechenden Risiken für die Eurozone. Das schleichende Ende der Niedrigzinsphase und der steigende Ölpreis seien hingegen bereits eingepreist, schreibt die Wirtschaftsauskunftei in ihrer Analyse.

Die meisten Umsatzzuwächse gab es in den vergangenen Monaten im Verarbeitenden Gewerbe (Industrie) mit 36,4 Prozent, nach nur 25 Prozent im Jahr davor. Massiv erholt hat sich das Baugewerbe - über höhere Umsätze berichten 22,2 Prozent (Vorjahr: 8,6 Prozent), über niedrigere ebenfalls 22,2 Prozent - vor einem Jahr waren das noch 35,8 Prozent. Bei rund der Hälfte der Baubetriebe (50,6 Prozent) blieben die Verkaufserlöse stabil. Im Handel gaben - wie im Vorjahr - 31,4 Prozent der Betriebe höhere Umsätze an, geringere aber nur noch 18,6 Prozent (Vorjahr: 24,1 Prozent). Bei 30,3 Prozent der befragten Dienstleister gab es ein Umsatzplus (Vorjahr: 24,4 Prozent) und bei 14,2 Prozent (2017: 22,9 Prozent) ein Minus.

Die Umsatzerwartungen für die kommenden Monate fallen heuer zuversichtlicher aus als noch vor einem Jahr. 40,6 Prozent der KMU sehen steigende Verkaufserlöse (Vorjahr: 30,3 Prozent) und nur 8,1 Prozent sinkende (2017: 12,6 Prozent).

Die beste Stimmung herrscht derzeit laut Creditreform im Dienstleistungsgewerbe - hier fänden sich die meisten Optimisten und die wenigsten Pessimisten. 45,2 Prozent der Dienstleister rechnen für die kommenden Monate mit einem Umsatzplus - vor einem Jahr waren erst 29,8 Prozent so optimistisch. Rückgänge befürchten hier nur noch 5,2 Prozent (2017: 12,2 Prozent). Doch auch in den anderen Wirtschaftsbereichen dominieren positive Erwartungen: Steigende Umsätze sieht das Gros der Betriebe auch im Verarbeitenden Gewerbe (40,2 Prozent; Vorjahr: 24 Prozent), im Baubereich (38,3 Prozent; nach 32,1 Prozent) und im Handel (37,1 Prozent; nach 34,3 Prozent) entgegen.

"Die Konjunkturindikatoren sprechen dafür, dass sich die positive Dynamik der österreichischen Wirtschaft in den nächsten Monaten fortsetzen wird", bekräftigte Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer.

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