Grüne Woche: Bauern suchen nach Auswegen aus Branchenkrise

Landwirte aus vielen Ländern suchen zum Start der Grünen Woche in Berlin nach Auswegen aus der schweren Branchenkrise - vor allem in der Milchwirtschaft und Schweinemästerei. Angesichts drastischer Gewinneinbrüche habe er die "ganz vorsichtige Hoffnung" auf höhere Preise im zweiten Halbjahr 2016, sagte deutsche Bauernpräsident Joachim Rukwied am Donnerstag vor Beginn der weltgrößten Agrarmesse.


Aus Österreich verbreitete heute die AMA, dass sich die Agrar-und Lebensmittelexporte Österreichs 2015 trotz des russischen Embargos und Rubelverfalls um rund 2,5 Prozent auf 9,99 Mrd. Euro erhöhten. Die heimischen Ausfuhren nach Russland brachen um 43 Prozent auf 107,1 Mio. Euro ein, die Exporte in die USA schnellten dank hoher Red-Bull- und Käsenachfrage hingegen um 42 Prozent auf 642,6 Mio. Euro in die Höhe.

Der mehr als 10-prozentige Zuwachs bei den Ausfuhren in die Schweiz auf 426 Mio. Euro unterstreiche die Tüchtigkeit der österreichischen Exporteure, erklärte AMA-Marketing-Geschäftsführer Michael Blass anlässlich der Agrarmesse "Grüne Woche" in Berlin am Donnerstag in einer Aussendung.

Gauck: "Ökologische Probleme ernstnehmen"

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck mahnte heute bei einem Vorausbesuch auf der Messe einen sachlichen Dialog ein, um eine nachhaltigere Landwirtschaft zu erreichen. "Wir brauchen noch mehr als bisher ein Ernstnehmen der ökologischen Probleme", sagte das Staatsoberhaupt bei einem Vorab-Besuch auf dem Messegelände und verwies etwa auf Überdüngung und Unkrautvernichtungsmittel. Oft gebe es in dieser Diskussion von "ökologisch orientierten Menschen eine gewisse Aggressivität gegenüber der traditionellen Landwirtschaft". Zu begrüßen sei daher, unterschiedliche Teilnehmer der Debatte an einen Tisch zu bringen, damit sie eine Verständigung erreichten.

Zur diesjährigen Grünen Woche ist die Stimmung in der deutschen Ernährungswirtschaft schlecht, weil sinkende Weltmarktpreise die Einkommen drücken. "Die Bauern werden aus heutiger Sicht innerhalb von zwei Jahren 50 Prozent ihres Einkommens verlieren", sagte Rukwied vor der für Donnerstagabend geplanten Eröffnung der Messe. Besuchern stehen die Hallen unter dem Berliner Funkturm von morgen, Freitag, an offen. Bis zum 24. Jänner rechnen die Veranstalter mit mehr als 400.000 Gästen. Bei der Grünen Woche präsentieren sich 1.660 Aussteller aus 65 Ländern, auch aus Österreich. Diesjähriges Partnerland ist Marokko.

Fleisch- und Milchwirtschaft in der Krise

Rukwied sagte, er habe vor Beginn der Messe schon Gespräche mit der Fleischbranche und der Milchwirtschaft geführt. Die Aussichten ließen im ersten Halbjahr aber höchstens "eine Seitwärtsbewegung" erwarten. "Das Wichtigste ist, dass es endlich gelingt, die gegenseitigen Sanktionen Europa-Russland aufzuheben." Moskau hat als Antwort auf EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise einen Importstopp für EU-Agrarprodukte verhängt. Die Branche müsse insgesamt weiter auf den Export setzen, sagte Rukwied.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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