Großbanken legen US-Aufsehern ihr Testament vor

Internationale Großbanken sollen im Krisenfall nie wieder dem Steuerzahler zur Last fallen. Um dies zu verhindern, mussten zwölf Institute, darunter auch die Deutsche Bank, den US-Aufsehern nun detaillierte Pläne vorlegen, wie sie sich in einer Schieflage selbst abwickeln würden - sogenannte "Testamente". Ob die Regulierer die Pläne absegnen, ist derzeit noch offen. Denn die Banken mussten schon mehrmals nacharbeiten.

Die Testamente wurden in der Nacht zum Dienstag auf der Internetseite der US-Einlagensicherungsbehörde FDIC veröffentlicht, allerdings nur Teile davon. Vertrauliche Daten, die etwa Zugänge zum IT-System beschreiben, bleiben in der verschlossenen Schublade. Die Pläne sind eine Reaktion auf die letzte große Finanzkrise 2008, als der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers die Weltwirtschaft erschütterte. Die Staaten wollen sich nicht mehr in Geiselhaft nehmen lassen, wenn sich Großbanken verspekulieren ("too big to fail"): Die Institute und ihre Investoren sollen die Kosten selbst tragen und die Auswirkungen auf die Finanzmärkte begrenzen. Ähnliche
"Testamente" müssen inzwischen auch in Europa ausgearbeitet werden - allerdings werden sie hier von den Aufsichtsbehörden weitgehend selbst entworfen.

In den USA legten nun alle großen Namen ihre Pläne vor: Neben der US-Tochter der Deutschen Bank zählen dazu die Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS,
die britische Barclays sowie große US-Häuser wie JPMorgan, Morgan Stanley und Goldman Sachs. Mit am weitesten lehnte sich JP Morgan aus dem Fenster. "Unser Plan würde dazu führen, dass der Konzern in einem angemessenen Zeitfenster aufgelöst wird, ohne systemische Verwerfungen, ohne staatliche Unterstützung und ohne dem Steuerzahler Verluste zuzumuten", erklärte eine Sprecherin.


Im Kern geht es bei den "Testamenten" darum, wie zuerst die Investoren - etwa durch neuartige Anleihen mit einer höheren Risikoprämie - zur Kasse gebeten und welche Geschäftsbereiche schnell verkauft und zu Geld gemacht werden können. Goldman Sachs und Morgan Stanley etwa würden sich nach eigener Darstellung als erstes von ihrer Vermögensverwaltung trennen.


Bei der Deutschen Bank geht es in dem Abwicklungsplan nur um das US-Geschäft. Deshalb hielt sie sich zu den Plänen für eine mögliche Abwicklung des Gesamtkonzerns bedeckt. Deutschlands größtes Geldhaus deutete an, dass es die Struktur ihrer US-Geschäfte über eine Holding vereinfachen wolle. In Europa habe die Europäische Zentralbank (EZB) - der neue Aufseher über die Großbanken in der Euro-Zone - ohnehin einen strengen Blick auf die Kapitalausstattung.

Abhängig von Risiko und Geschäftsmodell gibt die Zentralbank den Geldhäusern neuerdings individuelle Mindestkapitalquoten vor : Bei der Deutschen Bank müssen es nach derzeit geltenden Regeln mindestens zehn Prozent sein. Tatsächlich kommt sie auf rund 13 Prozent. Zum Vergleich: Von der italienischen UniCredit fordert die EZB 9,5
Prozent, bei der spanischen Santander Insidern zufolge rund neun Prozent und von den deutschen Landesbanken etwa sieben Prozent.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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