Großbanken zahlten 2014 fast 50 Milliarden Euro Strafe

Die Sünden der Vergangenheit kommen die Finanzbranche immer noch teuer zu stehen. Die 20 größten Banken in Europa und den USA haben im vergangenen Jahr zusammen knapp 47 Milliarden Euro an Strafen für ihre Verfehlungen in der Finanzkrise gezahlt, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervorgeht.

Die Bank of America allein wurde von Behörden und Aufsicht zu 22,4 Milliarden Euro verdonnert. "Und die Banken werden sich auf weitere Belastungen einstellen müssen", warnte EY-Partner Dirk Müller-Tronnier. "Aufsichtsbehörden sind inzwischen überaus strikt und bereit, auch sehr hohe Strafen zu verhängen."

Die Deutsche Bank etwa hat sich laut einem Insider mit den US-Behörden auf eine Strafe von mehr als zwei Milliarden Dollar für die Manipulation des weltweit für eine Vielzahl von Finanzgeschäften wichtigen Referenzzinssatzes Libor geeinigt, die noch am Donnerstag öffentlich gemacht werden sollte. 2014 hatte sie laut EY bereits 786 Millionen Euro zahlen müssen. Im Laufe der Vergleichsverhandlungen hatten die US-Behörden ihre Forderungen immer höher geschraubt. Bei der Commerzbank war es ähnlich gelaufen. Verstöße gegen US-Sanktionen kosteten sie am Ende 1,45 Milliarden Dollar. "Die aktuelle Welle an zum Teil erheblichen Strafzahlungen zeigt, wie außerordentlich wichtig es für die Banken ist, wirksame Verfahren und Kontrollen einzusetzen", sagte Müller-Tronnier.

Im vergangenen Jahr waren die US-Banken mit 36,3 Milliarden Euro deutlich stärker von Strafen betroffen als ihre Rivalen in Europa. Dennoch verdienten sie laut den EY-Berechnungen deutlich mehr: Zwar gingen die Gewinne der "Top Ten" aus den USA um 24 Prozent auf 82 Milliarden Euro zurück, die Europäer haben ihren Rückstand aber trotz einer Steigerung um ein Viertel mit 24 Milliarden Euro auch 2014 kaum aufgeholt. Das spiegelt sich auch in der Eigenkapitalrendite wider, die laut EY bei den US-Banken bei 8,9 Prozent, bei den europäischen Geldhäusern aber nur bei 2,9 Prozent lag. In den drei Jahren vor der Finanzkrise lagen die größten Banken dies- und jenseits des Atlantiks noch bei je 15 Prozent.

Grund für die sinkenden Renditen sind auch die steigenden Kapitalanforderungen der Bankenaufseher, die die Branche sicherer machen sollen. Das Eigenkapital der je zehn größten Kreditinstitute in Europa und den USA lag 2014 auf dem höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Seit 2008 haben die Europäer ihr Eigenkapital um 70 Prozent auf 818 Milliarden Euro, die Amerikaner sogar um 92 Prozent auf umgerechnet 923 Milliarden Euro aufgestockt.

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

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Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

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Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

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Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen