Griechische Banken bleiben die gesamte Woche noch geschlossen

Athen/Brüssel/Washington - Die griechischen Banken bleiben wegen der Finanzkrise bis einschließlich Montag (13. Juli) geschlossen. Griechische Kunden dürften bis dahin auch weiterhin nur 60 Euro pro Tag abheben, teilte das Finanzministerium am Mittwoch mit. Die griechische Regierung will damit verhindern, dass die Banken zusammenbrechen, weil zu viele Kunden gleichzeitig ihre Konten räumen könnten.

Die geltenden Kapitalverkehrskontrollen waren am 29. Juni in Kraft getreten und sollten ursprünglich am Mittwochabend auslaufen.

IWF-Chefin Christine Lagarde sagte unterdessen, Griechenland dürfe vom Internationalen Währungsfonds keine Sonderbehandlung erwarten. Der IWF könne seine Vorschriften nicht umgehen, betonte sie am Mittwoch in Washington. Das Land brauche eine Umstrukturierung seiner Schulden. Der Fonds bleibe bei Griechenland vollständig eingebunden.

"Griechenland ist in einer Situation der akuten Krise, die man ernsthaft und sofort angehen muss." Der IWF sei "voll engagiert", eine Lösung zu finden, so Lagarde. Neben Spar- und Reformmaßnahmen sei eine Umschuldung für das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland "notwendig" für die Wiederherstellung der Schuldentragfähigkeit des Landes, erklärte Lagarde.

In einem vergangene Woche veröffentlichten Bericht hatten die IWF-Experten geraten, den Zeitraum für die Rückzahlung der von den Euro-Partnern an Athen vergebenen Kredite zu verdoppeln. Nach Schätzungen des IWF benötigt Griechenland in den kommenden drei Jahren außerdem weitere Hilfen in Höhe von mindestens 50 Milliarden Euro. Den Anteil der Euro-Partner bezifferte die in Washington ansässige Organisation auf mindestens 36 Milliarden Euro. Die IWF-Schätzung wurde allerdings vor der jüngsten Eskalation der griechischen Schuldenkrise erstellt, die Lage könnte also noch düsterer sein.

Die Regierung in Athen beantragte am Mittwoch bei ihren Euro-Partnern neue Hilfen. Der neue Finanzminister Euklid Tsakalotos begründete in einem Brief an den ESM seinen Antrag auf Hilfen damit, dass Griechenland "seinen Schuldenverpflichtungen nachkommen und die Stabilität des Finanzsystems gewährleisten" müsse. Athen sei im Gegenzug für die Kredite bereit, "gleich zu Beginn der kommenden Woche eine Reihe von Reformmaßnahmen" im Steuer- und Pensionsbereich zu realisieren. Auch Regierungschef Alexis Tsipras erklärte am Mittwoch vor dem EU-Parlament in Straßburg, konkrete Vorschläge für Sparmaßnahmen machen zu wollen. Ziel sei ein "ehrlicher Kompromiss".

Am Sonntag hatte sich in einem Referendum eine Mehrheit der Griechen gegen die Vorschläge der internationalen Gläubiger ausgesprochen, die im Gegenzug für weitere Finanzhilfen harte Kürzungsmaßnahmen vorsahen.

Griechenland war vergangene Woche als erstes Industrieland beim Währungsfonds in Zahlungsverzug geraten. Athen ließ die Frist für eine fällige Rate von 1,5 Milliarden Euro verstreichen. Zuvor hatten Griechenlands Euro-Partner ihr Hilfsprogramm für Athen auslaufen lassen, nachdem Verhandlungen über eine Verlängerung geplatzt waren.

Insider sagten indes der Nachrichtenagentur Reuters, sie gingen davon aus, dass mehrere große griechische Banken geschlossen werden und mit stärkeren fusionieren müssten. Einer der mit den Vorgängen vertrauten Personen sagte, am Ende könnten von den vier großen Geldhäusern National Bank of Greece, Eurobank, Piraeus und Alpha Bank noch zwei bestehen bleiben. Einem zweiten Insider zufolge sind zwar Fusionen von Banken notwendig. Ein Umbau der Branche könne aber über eine längere Zeit hinweg erfolgen.

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