Griechenland - Varoufakis: "Ich gebe den Ton an"

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat Berichte über seine Entmachtung zurückgewiesen. "Ich gebe den Ton an. Ich bin weiterhin für die Verhandlungen mit der Eurogruppe verantwortlich", sagte Varoufakis dem deutschen Nachrichtenportal "Zeit Online" am Mittwoch.

Er werde dabei von verschiedenen Regierungsmitgliedern unterstützt, unter ihnen der stellvertretende Außenminister Euklidis Tsakalotos. Dass dies in den Medien als Wechsel der Verhandlungsführung gedeutet werde, sei ein "weiterer Beweis für die inzwischen so niedrigen journalistischen Standards".

Varoufakis führt seit dem Amtsantritt der linksgeführten Regierung in Athen die Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern, steht bei den EU-Kollegen aber in der Kritik. Am Montag bildete Regierungschef Alexis Tsipras sein Verhandlungsteam um. Offiziell untersteht es zwar weiter Varoufakis, doch dient fortan Tsakalotos als "Koordinator". Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem begrüßte am Dienstag die Umbildung des Verhandlungsteams.

Ein Sprecher des deutschen Finanzministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, die "neuen Arbeitsstrukturen" in Athen könnten dazu führen, "dass die Gespräche im Ganzen beschleunigt werden". Die Griechen seien aufgefordert, "ein umfassendes Gesamtpaket vorzulegen", sagte der Sprecher Martin Jäger. "Dazu gehört, dass man nicht Maßnahmen ergreift, die bereits gemachte Reformen zurückdrehen."

Athen muss den Kreditgebern eine Liste konkreter Reformvorschläge vorlegen, um weitere dringend benötigte Finanzhilfen zu erhalten. Varoufakis sagte dazu "Zeit Online", er gehe davon aus, dass die Verhandlungen mit der Eurogruppe bald erfolgreich abgeschlossen würden. "Wir sind dem Ziel viel näher, als viele Medien glauben", sagte der Minister. "Es existiert bereits eine lange Liste von Reformen, von denen alle Beteiligten (...) glauben, dass sie essenziell sind."

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

Newsticker

Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

Newsticker

Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

Newsticker

Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma