Griechenland: Keine Ostergeschenke der Eurozone

Brüssel - Ein Ostergeschenk der Eurozone an Griechenland gibt es keines. Auch nach einer Telefonkonferenz der Euro-Arbeitsgruppe vom Mittwochnachmittag gab es keinerlei Fortschritte, die Finanzlage Athens blieb weiterhin unklar. Dazu kam Verwirrung über eine zunächst angekündigte Drohung Griechenlands, die nächste IWF-Schuldenrate nicht zurückzuzahlen, was aber dann vom Finanzministerium dementiert wurde.

Die prekäre Lage des südlichen Eurolandes lässt unterdessen das Vertrauen der Anleger fast täglich sinken. Griechenland musste am Gründonnerstag nicht nur für die als Indikator des Marktvertrauens geltenden Renditen bei 10-Jahresanleihen neuerlich höhere Werte und damit eine Verteuerung hinnehmen, die Kluft zu den anderen Euro-Staaten ist vor allem bei den Werten für kurzfristige 2-Jahrespapiere eklatant. Dort stieg die Rendite Athens am Donnerstag im Sekundärmarkthandel auf illusorisch hohe 23,132 Prozent - praktisch unmöglich für eine Refinanzierung. Alle anderen Staaten der Währungsunion hatten Werte zwischen -0,253 Prozent (Deutschland) und maximal 0,331 Prozent (Slowenien).

Hinter Deutschland folgten bei den Renditen für 2-Jahresanleihen Finnland (-0,209 Prozent), Belgien (-0,178), Österreich (-0,176), Frankreich (-0,17), Niederlande (-0,146) und Irland (-0,015). Diese Negativ-Renditen sind für ein Land de facto ein Gewinn, da weniger zurückgezahlt werden muss, als durch Staatsanleihen aufgenommen werden konnte. Nach Slowenien kommen bei den positiven Renditenwerten Lettland (0,227 Prozent), Italien (0,191), Spanien (0,065) und Portugal (0,051). Keine 2-Jahresrenditen wies Litauen auf. Keine täglichen Werte gibt es weiterhin für Luxemburg, Malta, Estland, Slowakei und Zypern.

Bei den 10-Jahresanleihen konnten die meisten Euro-Länder am Donnerstag günstigere Werte einfahren und damit neuerlich billiger werden, Griechenland stieg dagegen weiter auf 11,858 Prozent.

Marktführer Deutschland notierte bei 0,175 Prozent, dahinter folgen die Niederlande (0,256 Prozent), Finnland (0,305 Prozent), Österreich (0,31 Prozent), Belgien (0,435 Prozent), Frankreich (0,465 Prozent), Lettland (0,544 Prozent), Litauen (0,748 Prozent), Irland (0,754 Prozent), Slowenien (1,042 Prozent), Spanien (1,21 Prozent), Italien (1,235 Prozent), Portugal (1,706 Prozent) und Nachzügler Griechenland mit 11,858 Prozent.

Keine täglichen Werte lagen auch hier von Estland, Luxemburg, Slowakei, Zypern und Malta vor.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma