Griechenland will drittes Hilfspaket rasch aushandeln

Nach monatelangem Hickhack will sich Griechenland nun rasch mit seinen Gläubigern auf die Bedingungen für neue Milliardenhilfen einigen. Eine Vereinbarung über ein drittes Hilfspaket könne bis zum 18. August stehen, sagte Regierungssprecherin Olga Gerovasili am Dienstag in Athen. Nach Abschluss der Detailverhandlungen sollen die Arbeiten am Entwurf dafür am Mittwoch beginnen. Griechenland verhandelt mit seinen internationalen Geldgebern über weitere Hilfszahlungen, um eine Staatspleite zu verhindern. Am Tag zwei nach fünfwöchiger Zwangspause stabilisierten sich die Kurse an der Athener Börse nach dem beispiellosen Ausverkauf vom Vortag.

Der griechische Leitindex lag mittags 2,3 Prozent im Minus. Am Montag waren die Kurse um fast 25 Prozent in die Tiefe gerauscht. "Es gibt deutliche Anzeichen für eine Normalisierung des Marktes nach der langen Schließung", sagte Börsenchef Sokrates Lazaridis. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit der Regierung hatte die Börse Ende Juni vorübergehend geschlossen.

Die Lage der Geldinstitute ist jedoch weiter prekär, was sich auch am Bankenindex ablesen ließ. Er stürzte den zweiten Tag in Folge um rund 30 Prozent ab. Die Finanzinstitute werden mit Nothilfen der Notenbank über Wasser gehalten, die die EZB in Frankfurt jeweils genehmigen muss. Die Institute stehen mit dem Rücken zur Wand, weil die Griechen aus Angst vor einem Ausscheiden ihres Landes aus der Euro-Zone ihre Konten leer räumten. Sie benötigen schätzungsweise 25 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung.

Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen mit den Gläubigern soll dem chronisch klammen Staat wieder Luft zum Atmen verschaffen. Die Gespräche über Hilfen von bis zu 86 Milliarden Euro führen EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) sowie der Internationale Währungsfonds (IWF), die sogenannte Troika. Mit am Tisch sitzen auch Vertreter des Euro-Rettungsfonds ESM. Die Zeit drängt. Am 20. August wird eine Zahlung an die EZB von rund 3,2 Milliarden Euro fällig. Falls sich die Verhandlungen doch länger hinziehen sollten, müssten die europäischen Partner dem Land wohl erneut eine Brückenfinanzierung gewähren.

EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Pierre Moscovici nannte den Zeitplan für die Verhandlungen ambitioniert. Es werde ein hartes Stück Arbeit, sagte er der Zeitung "Ethnos". Am Montag hatten die Unterhändler beim wichtigen Thema Rente ein Kompromiss erzielt.

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