Griechenland - ESM-Chef Regling erwartet IWF-Beteiligung

Der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, rechnet mit einer Beteiligung des IWF am Griechenland-Hilfsprogramm von bis zu 16 Mrd. Euro. Um die Schuldentragfähigkeit des Landes zu erreichen, sei "nicht sehr viel" an Schuldenerleichterungen nötig, sagte er am Donnerstag in Berlin.

Zudem orientiere sich der IWF inzwischen ähnlich den Europäern stärker am Kriterium des Finanzierungsbedarfs statt an der Schuldenquote. "Das Konzept als solches ist vom IWF akzeptiert, das hat auch Frau Lagarde gesagt", erklärte er. Ein Schuldenschnitt scheide als Option für Schuldenerleichterungen aus. "Das wird nicht kommen". Auch bei der Zinshöhe sei man schon sehr niedrig, daher bestehe hier kaum noch Spielraum. Instrumente, um den Griechen bei den Schulden zu helfen, seien Laufzeitverlängerungen, längere Zahlungsstundungen sowie weitere Zuweisungen aus den Gewinnen der Euro-Zentralbanken mit griechischen Anleihen.

Für Griechenland besteht bei der Nicht-Einhaltung von Reformzusagen und Zahlungsverpflichtungen auch weiter das Risiko eines Ausscheidens aus der Eurozone, meint Regling. "Diese Drohung als Möglichkeit muss immer dastehen und steht auch da", sagte Regling. Daher sei es für ihn ganz logisch gewesen, dass dies auch bei den Verhandlungen über das inzwischen beschlossene dritte Hilfsprogramm zur Sprache gebracht wurde.

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