Griechenland: Austro-Banken nur mehr mit 153 Mio. Euro engagiert

Wie viele andere Banken haben sich in den letzten Jahren auch die österreichischen Banken weitgehend aus Griechenland zurückgezogen. Die konsolidierten Auslandsforderungen der mehrheitlich in österreichischem Besitz befindlichen Banken gegenüber Griechenland beliefen sich per Jahresende 2014 auf nur mehr 153 Mio. Euro, gab die Nationalbank am Dienstag auf APA-Anfrage bekannt.

Somit wären die direkten Gefahren einer griechischen Staatspleite für die österreichischen Banken relativ gering.

Die deutschen Banken haben ihr Griechenland-Engagement auf 2,4 Mrd. Euro gekürzt, wie Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret kürzlich sagte. "Das Risiko ist also überschaubar, dennoch kann es immer anders laufen als gedacht", so Dombret.

Österreich selbst hat bisher an den im Rahmen der EU geflossenen Hilfskrediten an Athen verdient. Die Zinseinnahmen der Republik betrugen bis Ende 2014 insgesamt 101,73 Mio. Euro. Im ersten Griechenland-Rettungspaket von 2010 hat Österreich bilateral 1,56 Mrd. Euro an Darlehen gewährt. Athen zahlt bisher nur Zinsen. Erst ab 2020 muss Griechenland auch Kapital tilgen, dafür wurde im ersten Hilfsprogramm eine Frist bis 2055 eingeräumt.

Mit der Einrichtung des ersten Euro-Rettungsschirms EFSF (European Financial Stability Facility) und dem zweiten Griechenland-Rettungspaket von 2012 änderte sich die Struktur der Hilfen. Der EFSF nimmt Geld vom Kapitalmarkt auf. Bisher hat der EFSF Forderungen gegenüber Griechenland von rund 143,6 Mrd. Euro, bestehend aus Darlehen und gestundeten Zinsen. Österreichs Anteil an diesen Forderungen beläuft sich auf 4,3 Mrd. Euro.

Das Münchner ifo Institut beziffert das maximale Verlustrisiko für Deutschland auf 87 Mrd. Euro (Stand Ende März) - für den Fall einer Staatspleite Griechenlands und eines gleichzeitigen Austritts des Landes aus der Eurozone. In dieser Summe sind unter anderem die 15,2 Mrd. Euro Kredite enthalten, die Deutschland im Rahmen des ersten Hilfspakets über seine Förderbank KfW zur Verfügung stellte.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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